Neues Kunstmuseum in Vaduz eröffnet
Das Fürstentum Liechtenstein hat ein neues Kunstmuseum. Das Museum wurde von den Schweizern Architekten Morger & Degelo und Kerez entworfen. Es beherbergt nebst Werken der fürstlichen Kunstsammlung auch die Staatliche Kunstsammlung Liechtenstein.
Das Fürstentum Liechtenstein kam in letzter Zeit vor allem als umstrittener Finanzplatz in die Schlagzeilen. Von Kultur war wenig zu vernehmen. Das wird sich wohl in Zukunft ändern, denn an diesem Wochenende (11./12.11.) ist in Vaduz das Kunstmuseum Liechtenstein offiziell eröffnet worden.
Der Bau – aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen – ist ein gemeinsamer Entwurf der Schweizer Architekten Meinrad Morger und Heinrich Degelo (Basel) sowie Christian Kerez (Zürich). Er stellt einen klar strukturierten, dunklen Baukörper dar. Der Solitär setzt im ansonsten architektonisch unspektakulären Vaduz neue Massstäbe.
Interessante Sammlung
Die noch junge Sammlung des Museums setzt sich vor allem aus Werken der sechziger bis achtziger Jahre zusammen. Ein Höhepunkt bildet die «Arte Povera», italienische Kunst der sechziger Jahre. Die Sammlung ist als Ergänzung zur weltbekannten fürstlichen Sammlung gedacht, die vor allem Arbeiten «alter Meister» zeigt.
Mit dem neuen Museum hat das Rheintal – nach den Museumseröffnungen in Appenzell und Bregenz in den letzten Jahren – einen weiteren Musentempel erhalten, der zweifellos viele Kulturtouristen anziehen wird. Die Ostschweiz und die angrenzenden Länder Deutschland, Österreich und das Fürstentum Liechtenstein entwickeln sich zu einer kulturell beachtenswerten Gegend – nicht zuletzt, weil die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf kultureller Ebene stark gefördert wird.
Carole Gürtler
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