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NZZ-Mitarbeiter droht in Indonesien fünf Jahre Gefängnis

Der bekannte Schweizer Journalist Oswald Iten wird in Indonesien festgehalten. Keystone Archive

Dem in der indonesischen Unruheprovinz Irian Jaya am Wochenende festgenommenen Journalisten der "Neuen Zürcher Zeitung" Oswald Iten drohen nach eigenen Angaben fünf Jahre Gefängnis. Die Schweizer Botschaft in Jakarta wurde eingeschaltet.

Die Neue Zürcher Zeitung berichtete in ihrer Montagsausgabe (04.12.), dass der Journalist Oswald Iten bei der Ausübung seiner normalen journalistischen Tätigkeit festgenommen worden sei.

Nach Angaben der indonesischen Behörden soll Iten mit einem Touristenvisum eingereist sein. Damit habe er gegen Einreisegesetze verstossen. Er sei den Ordnungshütern aufgefallen, als er Fotos gemacht habe.

Iten droht, wie er laut Agenturberichten selber erklärte, eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und eine Busse von umgerechnet 4’000 Franken. Er sei sich nicht bewusst gewesen, dass er offenbar gegen Vorschriften verstossen habe. Seine Haftbedingungen bezeichnete er als prekär. Er sei zusammen mit 28 anderen Häftlingen in eine Zelle gesperrt. Er werde jedoch besser behandelt als seine einheimischen Mithäftlinge.

Unterdessen hat sich die Schweizer Botschaft in Jakarta eingeschaltet. Der zweite Mann der Schweizer Botschaft, Norbert Bärlocher, ist nach Jayapura gereist.

Der Polizeichef von Jayapura, Oberst Daud Sihombing, sagte, Iten müsse vor Gericht erscheinen. Der Termin stehe noch nicht fest, da die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei. Die Behörden hätten mehrere Filme und Notizen beschlagnahmt.

Der Schweizer Verband der Journalistinnen und Journalisten (SVJ) verurteilte den massiven Eingriff in die berufliche und persönliche Freiheit des Journalisten.

Zusammen mit der NZZ, dem Departement für Auswärtige Angelegenheiten und der internationalen Journalistenorganisation IFJ will sich der SVJ für die sofortige Freilassung Itens einsetzen. Der Verband verurteilte in diesem Zusammenhang jene Staaten, die einerseits die Arbeit ausländischer Journalisten verunmöglichten und andererseits ihren Bürgern das Grundrecht der Pressefreiheit vorenthielten.

Am Wochenende sind bei blutigen Zusammenstössen zwischen Mitgliedern der Unabhängigkeits-Bewegung und Polizeitruppen in der indonesischen Provinz Irian Jaya mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Mehr als ein Dutzend wurden verletzt. Auf der rohstoffreichen Inselhälfte kämpft seit Jahrzehnten eine kleine Guerilla-Bewegung namens «Freies Papua» für einen eigenen Staat.

swissinfo und Agenturen

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