Oscar-Chance für Gripsholm
Xavier Kollers "Gripsholm" ist Oscar-würdig meint die Jury für Filmprämien. Auf deren Empfehlung hat das Bundesamt für Kultur (BAK) den Film am Montag (30.10.) für die Oscar-Nomination in Hollywood angemeldet.
Kurt Tucholsky schreibt in einem Leitartikel «Soldaten sind Mörder». Dies trägt ihm im Berlin von 1932 eine Klage ein, von der er im Urlaub erfährt. Ein Freund mit Sympathien für den Nationalsozialismus überbringt ihm die Nachricht. Trotzdem wollen sie Spass haben – und amüsieren sich bis es zum Streit kommt.
Biographisch vermengtes Script
Filmemacher Koller und Drehbuchautor Kolditz verfilmten nicht nur Tucholskys Erzählung «Schloss Gripsholm», sondern vermengten sie auch mit biographischen Anspielungen auf den deutsch-jüdischen Autor. Nach seinem Wegzug aus Deutschland lebte Tucholsky vorübergehend in Zürich und im Tessin. Später emigrierte er nach Schweden, wo er sich 1935 aus Verzweiflung über den Nationalsozialismus das Leben nahm.
Deutsch-Schweizerische Koproduktion
Das Filmprojekt wurde durch das Bundesamt für Kultur (BAK), dem deutschen Bundesministerium des Innern (BMI) und andern Instituten finanziert. Er verfügte über ein Budget von acht Mio. Franken. In den Schweizer Kinos läuft der Film bereits.
Xavier Koller erhielt bereits 1991 einen Oscar für seinen Film «Reise der Hoffnung». Darin wird die Flucht einer kurdischen Familie in die Schweiz geschildert. Mit «Reise der Hoffnung» machte Koller erstmals breite Teile der Schweizer Bevölkerung auf das sogenannte Flüchtlingsproblem aufmerksam.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch