Swisscom verkauft Sendeanlagen nicht
Das Telekommunikations-Unternehmen Swisscom will den sogenannten Bereich Sendeanlagen für Radio und Fernsehen nun doch nicht verkaufen. Vor allem das Militär meldete sicherheitspolitische Bedenken an.
Statt verkaufen – wie ursprünglich geplant – will die Swisscom den Bereich Broadcasting mit 200 Mitarbeitenden sowie Sendern und Umsetzern an über 400 Standorten weiterentwickeln und in eine Tochtergesellschaft überführen.
Die Sicherheit
Nach einer umfassenden Gesamtbetrachtung und einer detaillierten Beurteilung der eingegangenen Offerten seien die Verantwortlichen nun zum Schluss gekommen, dass eine Weiterentwicklung des heute erfolgreich tätigen Bereichs innerhalb der Swisscom-Gruppe die beste Lösung sei.
Nach den Worten von Swisscom-Konzernchef Jens Alder hat eine Gesamtbetrachtung nicht zuletzt auch aufgrund der vom Parlament geäusserten Bedenken sicherheitspolitischer Art die Swisscom dazu bewogen, auf ihre Verkaufsabsicht zurückzukommen. «Rein finanziell sind wir der Meinung, dass wir durchaus interessante Offerten gehabt hätten», sagte Alder. Swisscom hätte mit dem Verkauf fast eine halbe Milliarde verdient.
Noch vor einer Woche war im Ständerat kritisiert worden, dass im Falle eines Verkaufs der Sendeanlagen an eine ausländische Firma sicherheitsrelevante Informationen gefährdet wären, da über diese Sender auch Übermittlungen von Armee, Polizei und Bundespolizei laufen würden.
Radio- und Fernsehprogramme
Broadcasting ist ein Spezialgeschäft mit über 3’000 Sendern und rund 200 Beschäftigten. Broadcasting steuert weniger als zwei Prozent zum Konzernumsatz bei.
Die Aktivitäten umfassen die Verbreitung von Radio und Fernsehprogrammen der SRG SSR idee suisse sowie zahlreicher privater Veranstalter mit den dazugehörigen Dienstleistungen. Zu den wichtigsten Kunden von Broadcasting gehören auch Kabelnetzbetreiber.
swissinfo und Agenturen
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