Urs Widmer erhält Bert-Brecht-Literatur-Preis 2001
Der Basler Dramatiker und Erzähler Urs Widmer erhält im kommenden Jahr den mit 30'000 Mark dotierten Bert-Brecht-Literatur-Preis der Stadt Augsburg. Widmer wird laut Jury für seine ironisch-sarkastische Zeit- und Gesellschaftskritik ausgezeichnet.
Sein Werk verbinde in hohem Masse Eigenständigkeit mit Sprachartistik, heisst es in der Beurteilung der Jury weiter.
Der 62-Jährige Widmer wird den Preis voraussichtlich am 9. Februar 2001 im Rathaus Ausgburg entgegennehmen.
Urs Widmer wurde 1938 in Basel geboren. Er arbeitete zuerst beim Walter Verlag in Olten, 1967 bis 1984 war er Verlagslektor bei Suhrkamp in Frankfurt. Seit 1984 wohnt er in Zürich.
«Siphon» und «Top Dogs»
Bis 1992 waren Widmers Erzählungen und Romane wie «Die Forschungsreise» (1974), «Indianersommer» (1985) oder «Der Kongress der Paläoleptidopterologen» (1989) noch Geheimtips. Seit «Der blaue Siphon»(1992) ist er Dauergast auf den Bestsellerlisten: Beispielsweise auch mit «Liebesbrief für Mary» (1993) oder «Im Kongo» (1996).
Mit «Top Dogs» hat er 1996 zudem einen der gefragtesten europäischen Theatertexte geschrieben. Sein diesjähriger Schlüsselroman «Der Geliebte der Mutter» fand einstimmige Anerkennung bei der deutschen Kritik.
Widmer ist der erste nicht-deutsche Autor, der mit dem Bert-Brecht-Literatur-Preis ausgezeichnet wird. Der Preis wird im Abstand von drei Jahren verliehen. Die bisherigen Preisträger sind der Dramatiker Franz Xaver Kroetz (1995) und der Lyriker Robert Gernhardt (1998).
swissinfo und Agenturen
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