Zürcher Kulturhäuser bauen gemeinsame Internet-Struktur auf
Die Zürcher Kulturhäuser setzen auf neue Technologien. In einem europaweiten Pilotprojekt haben sie eine neue gemeinsame Infrastruktur aufgebaut. Alle technischen Geräte und Abläufe werden künftig über das Internet gesteuert.
Egal ob jemand telefoniert, mit einem Scheinwerfer die Bühne beleuchtet oder Musik im Theaterfoyer über Lautsprecher abspielt. All dies läuft im Schauspielhaus, Opernhaus und der Tonhalle in Zürich künftig über ein gemeinsames Netz, das Internet, wie Beat Marbach, Leiter Informatik des Opernhaus und Schauspielhaus Zürich am Donnerstag (02.11.) vor den Medien mitteilte.
200 Kilometer Kabel, 4000 Anschlüsse
Vernetzt wurden neben den Zürcher Kulturhäusern auch das Luzerner Theater, das Theater Casino Zug, das Stadttheater Bern sowie zehn Ticketverkaufsstellen.
Allein für die Vernetzung in Zürich wurden über 200 Kilometer Kupfer- und Glasfaserkabel verlegt. An über 4000 installierten Anschlüssen können wahlweise Telefone, Drucker und andere Geräte angeschlossen werden. In einem Data-Center am Zeltweg in Zürich laufen alle Informationen zusammen und werden an ihren Zielort weitergeleitet.
Alle Geräte an einem Kabel
«Alle Geräte und Informationen laufen auf einer Schiene», erklärte Uwe Salzmann von der beteiligten Netzwerk-Firma. Es funktioniert so, als wären im Privathaushalt, Video, Fernsehen, Telefon, Computer und Haushaltgeräte an einem Kabel angeschlossen und mit einer Fernbedienung steuerbar.
Neben schnelleren und einfacheren Arbeitsabläufen könnten so auch Kosten eingespart werden, sagte Salzmann. Es sei weniger personalintensiv, ein Netz zu warten als viele, die nebeneinander laufen.
Neben den Neuerungen im Hintergrund der Theaterstücke, soll auch das Publikum von der neuen Technologie profitieren können. Marbach schwebt eine Internetplattform vor, in der nicht nur Tickets bestellt werden können: «Der Kunde soll die Informationen bekommen, die er will». Das könnten auch ganze Erlebniswelten sein, mit virtuellen Führungen hinter die Kulissen der Theaterhäuser.
Einzelne Funktionen der neuen Infrastruktur sind laut Marbach bereits in Betrieb. Das gesamte Netz werde voraussichtlich im Dezember fertiggestellt und im Januar 2001 komplett in Betrieb genommen.
swissinfo und Agenturen
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