The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Affäre Cuomo/Verda: Verwicklung kantonaler Beamter bestätigt

Generalstaatsanwalt Luca Marcellini. Keystone / Karl Mathis

Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat den Zusammenhang der Verhaftungen eines kantonalen Beamten und eines Anwalts mit der Affäre Cuomo/Verda bestätigt. Der Beamte hatte anonyme Briefe verschickt und war zudem für den inhaftierten Anwalt tätig gewesen.

Gemäss einer Mitteilung der Tessiner Staatsanwaltschaft ist auch die kantonale Verwaltung in die Affäre um den mutmasslichen Boss des italienischen Zigarettenschmuggels, Gerardo Cuomo, verwickelt.

Generalstaatsanwalt Luca Marcellini teilte am späten Freitagabend mit, dass der seit Donnerstag (24.08.) inhaftierte Jurist der kantonalen Erziehungsdirektion, Alberto Zoppi, des Verschickens zweier anonymer Briefe im vergangenen Juli überführt worden sei.

Das eine Schreiben ging an das Bundesamt für Polizei sowie an die beiden Tessiner Kantonsparlamentarier Stefano Malpangotti (unabhängig) und Raoul Ghisletta. Der zweite Brief war ebenfalls an Malpangotti sowie an den kantonalen Justizdirektor Luigi Pedrazzini gerichtet.

Malpangotti hatte bereits vor der Eröffnung des Strafverfahrens gegen den Strafgerichtspräsidenten Franco Verda in einem parlamentarischen Vorstoss die Frage nach den Umständen des Aufenthalts von Cuomo im Tessin aufgeworfen.

Über Inhalt und Hintergrund der anonymen Briefe machte Marcellini keine weiteren Angaben. Sie enthielten aber zahlreiche falsche Informationen.

Weiter habe sich herausgestellt, dass der 45-jährige Zoppi trotz seiner Funktion als Beamter wiederholt und während langer Zeit für den ebenfalls am letzten Donnerstag verhafteten Tessiner Anwalt Francesco Moretti tätig gewesen sei, und zwar vor allem in Fällen, die verschiedene Bereiche der kantonalen Verwaltung betroffen hätten.

Anwalt Moretti auch der Geldwäscherei verdächtigt

Die weitere Untersuchung konzentriere sich vor allem auf diese Zusammenarbeit, an der neben Zoppi und Moretti noch weitere Personen beteiligt gewesen seien, erklärte Marcellini.

Weiter gehe es darum, die finanziellen Transaktionen dieser Zusammenarbeit zu klären sowie mögliche Erpressungen aufzudecken. Marcellini, der die Ermittlungen zusammen mit den Staatsanwälten Bruno Balestra und Edy Meli leitet, gab weiter bekannt, dass der Haftrichter am Freitag die Untersuchungshaft gegen Moretti bestätigt hat.

Moretti muss sich wegen Betrugs, Erpressung, aktiver Bestechung und Geldwäscherei verantworten, Zoppi werden Erpressung, Betrug, falsche Anschuldigung, Ehrverletzung sowie wiederholte Verletzung der Amtspflichten vorgeworfen.

swissinfo und Agenturen



Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft