Attentäter kaufte Messer in der Schweiz
Einer der Attentäter auf das World Trade Center hielt sich längere Zeit in der Schweiz auf und kaufte hier auch zwei Messer. Die Schweizer Behörden haben entsprechende Berichte der Sonntagspresse bestätigt.
Der Sprecher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, Viktor Schlumpf, bestätigte einen Bericht des «SonntagsBlicks», dass einer der Attentäter in der Schweiz zwei Messer gekauft hatte.
«Sie wurden mit Kreditkarten eines der Hauptverdächtigen in der Schweiz gekauft», sagte er. Weitere Angaben zur Person des Käufers sowie zum Ort und Zeitpunkt des Kaufs machte der Sprecher nicht.
Längere Zeit in der Schweiz
Bereits am vergangenen Freitag hatte der Chef der Hauptabteilung Dienst für Analyse und Prävention im Bundesamt für Polizei, Urs von Daeniken, bekannt gegeben, es gebe Hinweise, wonach sich mindestens einer der Attentäter in der Schweiz aufgehalten habe.
In einem Interview des «SonntagsBlicks» ergänzte er, dieser Attentäter habe sich «eine gewisse Zeit lang» in der Schweiz aufgehalten. «Der Mann ist nicht nur durch die Schweiz gereist, er war länger da», sagte von Daeniken und fügte hinzu: «Wir schliessen nicht aus, dass er sich hier unter einer falschen Identität aufhielt.»
Es handle sich dabei um einen in Hamburg gemeldeten Terroristen. «Er war einer der Attentäter, die von Boston aus in einen der beiden Türme des World Trade Centers flogen», führte der Leiter des Dienstes für Analyse und Prävention aus. Die Schweiz habe möglicherweise wie Deutschland als Zwischenstation für die Infiltration in die USA gedient.
Terrorzelle in der Schweiz?
Die Ermittlungen würden in verschiedene Richtungen geführt. Dazu gehöre auch die Abklärung, «ob es in unserem Land eine Zelle gibt, die mit islamisch-fundamentalistischen Terroristen sympathisiert oder solche Verbrechen unterstützt.»
Laut von Daeniken wurden im letzten Jahr 147 Einreisesperren verhängt. Allein 124 solche Sperren richteten sich gegen mutmassliche Terroristen und Extremisten. Insgesamt seien über 1’000 Einreisesperren in Kraft.
Keine Drehscheibe für Terroristen
Am Freitagabend hatte Bundesrat Samuel Schmid erklärt, dass auf der Suche nach den Urhebern der Terroranschläge Spuren in die Schweiz führten.
Auf angeblichen Spuren nach Zürich angesprochen sagte von Daeniken: «Zürich ist keine Drehscheibe für Terroristen.» Der Flughafen werde jedoch wie andere von Reisenden benutzt. «Solange niemand als Terrorist identifiziert ist, kann man dies auch nicht verhindern.»
Staatsschutz neu definieren
Es gelte heute beispielsweise die gesetzliche Restriktion, dass die Behörden gewalttätigen Extremismus nur beobachten dürften. Solange keine physische Gewalt angewendet werde, sei keine staatsschutzmässige Erfassung erlaubt.
Man müsse deshalb überdenken, ob die gegenwärtigen Datenbearbeitungs-Kompetenzen ausreichten und die Aufgabenumschreibung des Staatsschutzes genügten, sagte von Daeniken weiter.
swissinfo und Agenturen
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