Eine sehr nationale Expo.02
Zwar wird die Expo.02 von ausländischen Medienschaffenden in den Himmel gelobt. Trotzdem bleiben ausländische Besucher und Besucherinnen aus.
Der Anteil ausländischer Expo.02-Gäste betrug während der ersten zwei Monate der Landesausstellung 5 Prozent. Dies ist wenig in Anbetracht des Zieles, bis im Oktober 20 Prozent ausländische Besucher und Besucherinnen zu zählen. Die Direktion der Expo.02 hofft nun auf die Sommerferien.
«Wir sind optimistisch. Optimistisch, aber vorsichtig», erklärt Rainer Müller, der Marketingdirektor. «Jeden Tag überprüfen wir unsere Vorgaben. Verbessert sich die Bilanz in den kommenden Tagen nicht, lancieren wir wieder eine Werbekampagne.»
Hochgestecktes Ziel
Das Ziel ist ambitiös. Die Expo.02 erwartet 1 Million ausländische Gäste. Zielpublikum sind grenznahe Franzosen und Deutsche. Von den 5 Prozent ausländischer Besucher und Besucherinnen waren bisher 2 Prozent Deutsche und 1 Prozent Franzosen.
Zusätzlich rechnet die Marketingdirektion mit Touristen und Touristinnen, die sich bereits in der Schweiz aufhalten, sei dies in Genf, Zermatt oder Luzern. Zu diesem Zweck hat die Expo.02 eng mit lokalen Tourismusbüros zusammengearbeitet, um Tagesausflüge in die Dreiseen-Region anzubieten.
Nur kommen immer weniger (rund 10 Prozent) Touristen in die Schweiz. Die Gründe: unter anderen der starke Schweizer Franken und die Verunsicherung, die seit dem 11. September vor allem in den USA herrscht. Die USA, die für den Schweizer Tourismus ein wichtiger Markt wären.
1 Million
Vergangenen Sommer hat die Schweiz 8 Millionen Touristen aus dem Ausland empfangen. Mit dem Rückgang um 10 Prozent dieses Jahr werden vielleicht noch 6 bis 7 Millionen ausländische Gäste diesen Sommer die Schweiz bereisen. Bedeutet für die Expo.02, dass jeder sechste oder siebte Tourist die Ausstellung besuchen müsste, will sie ihr Ziel erreichen.
Um ihre Vorgaben betreffend ausländischer Gäste zu erfüllen, stehen der Expo.02 rund 5 Mio. Franken zur Verfügung. «Das erlaubt uns nicht, Fernsehwerbung zu machen», erklärt Rainer Müller.
Doch kann sich die Expo auf das Know-how von Schweiz Tourismus verlassen. Die Werbung im Inland nimmt die Landesausstellung selbst wahr. So konzentriert sich Schweiz Tourismus auf die Werbung im Ausland. Und auf die Medien.
Werbetrommel in Paris
So fanden in Paris schon einige Medienorientierungen statt, eine Pressereise wurde Journalisten und Journalistinnen angeboten. «Das Echo ist erfreulich», erklärt ein Pressesprecher vom Schweizer Tourismusbüro in Paris. Die Expo.02 war und ist Medienthema, «Paris Match» bereitet ein Dossier zur Landesausstellung vor.
Auch in Italien und Deutschland schwärmen die Medien von der Schweizerischen Landesausstellung. Journalisten und Journalistinnen sind überrascht und heben die Originalität der Expo hervor (siehe Link).
Noch die davon gehört
Trotzdem bleibt ausländischer Besuch aus. Nicht dass Leute aus dem Ausland der Landesausstellung die kalte Schulter zeigen. Nein, sie wissen schlicht nicht, was die Expo.02 ist.
«Hier habe ich noch niemanden von der Ausstellung sprechen hören», erklärt Istvan Felkai, Paris-Korrespondent des öffentlichen belgischen Radios RTBF. «Sie findet doch in Neuenburg statt, nicht?», fragt er nach.
Rainer Müller, Marketingdirektor der Expo.02, ist sich bewusst, dass die Landesausstellung ausserhalb der Landesgrenzen zu wenig bekannt ist und dass die Partie noch nicht gewonnen ist. Aber er ist überzeugt, dass das Ziel erreichbar ist.
Alexandra Richard
Übertragen aus dem Französischen von Rebecca Vermot
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