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Eishockey: 0:4-Debakel

Die Schweizer verloren zu häufig die Zweikämpfe gegen die Finnen. Keystone

Knapp zwei Wochen vor dem ersten WM-Spiel befindet sich das Eishockey-Nationalteam noch nicht im Form: Ernüchterung im Testspiel gegen Finnland.

Die Nationalmannschaft präsentierte übers Wochenende zwei völlig verschiedene Gesichter. Nach der hoffnungsvollen Darbietung vom Freitagabend in Genf (2:1) folgte in Kloten die miserabelste Länderspiel-Performance seit drei Jahren und der WM 1999 in Norwegen, wo die Schweizer gegen Schweden (1:6), Kanada (2:8), Finnland (1:5) und die USA (0:3) gleich vier Schlappen kassiert hatten.

Vor 4323 Zuschauern führten die Finnen schon nach 17 Minuten durch Tore von Ville Vahalahti, Lasse Pirjetä und Eero Somervuori 3:0. Den vierten Treffer erzielte Kloten-Ausländer Kimmo Rintanen in der 44. Minute. Der finnische Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können.

Krueger sucht das Positive

Die Suche nach Positivem fiel derart sogar Ralph Krueger schwer. Der Nationalcoach hatte eine Reaktion der Finnen auf die Niederlage vom Vortag erwartet, eine derart heftige dann aber doch nicht.

Eine «Wahnsinnserfahrung» sei dieses Spiel für seine junge Mannschaft gewesen, so Krueger. «Wir begehen derzeit einen harten Weg – und manchmal braucht es so Tage wie am Samstag in Kloten. Ich sage mir: Lieber jetzt so klar verlieren als erst in zwei Wochen an der WM.»

Knackpunkt Verteidigung

Die grössten Defizite in der Schweizer Mannschaft, die es bis zum WM-Startspiel gegen Tschechien zu lösen gilt, liegen nicht überraschend in der Verteidigung.

Aus dem Olympia-Team sind von den Backs nur Martin Steinegger, Mark Streit, Mathias Seger und Martin Höhener übriggeblieben, und von diesem Quartett verfügt Höhener auch noch über keine WM-Routine. Streit und Seger befinden sich nach kräfteraubenden Playoffs (viel Eiszeit für beide) noch weit von der Bestform entfernt.

Goran Bezina, vor einem Jahr an der WM in Deutschland der beste Verteidiger, hat nach der Rückkehr aus Nordamerika den Tritt auf den grösseren Eisflächen noch nicht gefunden. Bezina und Streit standen bei je zwei Gegentoren auf dem Eis und Seger musste dreimal auf die Strafbank.

Bei den Stürmern kassierte der vierte Block mit Frédéric Rothen, Loic Burkhalter und Alain Demuth die ersten beiden Gegentore, die den Schweizer in den ersten neun Minuten den Weg in die Niederlage wiesen.

Selektions-Entscheide am Montag

Die nächsten personellen Entscheidungen kündigte Ralph Krueger für Montag an. Nach dem Video-Studium der beiden Finnland-Spiele wird er «einen bis drei Spieler» für die nächste Trainingswoche in Kreuzlingen (ab Dienstag) mit zwei Länderspielen gegen die Slowakei (am Freitag und Samstag) ausladen.

Gesundheitlich leicht angeschlagen gingen Martin Steinegger (Kieferprellung), Sandy Jeannin und Beat Gerber (beide Unterarmprellung) in den Wochenendurlaub.

swissinfo und Rolf Bichsel, Kloten

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