Hänggi und Giovanoli sollen entlassen werden
Die beiden Schweizer, für Drogendelikte verurteilt und seit 1997 im Gefängnis in Guatemala, sollen wegen guter Führung im August entlassen werden.
Die Schweizer Medien zeigten grosses Interesse am Schicksal der beiden Männer.
Nicolas Hänggi und Silvio Giovanoli hatten im Mai letzten Jahres mangels Erfolgs-Aussichten ihre Verfassungsklage zurückgezogen. Damit akzeptierten die beiden Schweizer ihre letzte Verurteilung von zwölf Jahren Gefängnis. Sie hofften seit dann auf eine frühzeitige Entlassung dank guter Führung. Diese wurde ihnen jetzt gewährt.
8300 Franken Busse bezahlt
Silvio Giovanoli ist bereits im Besitz aller nötigen Papiere, wie sein Anwalt Luís Alfredo Callejas sagte. Hänggi fehlt noch die Bestätigung für den nötigen Arbeitsnachweis, wie seine Anwältin Lea María de León sagte. Dies sei aber eine reine Formsache, die Bestätigung für gute Führung habe er bereits erhalten.
Zusammen mit der bezahlten Busse von je umgerechnet 8300 Franken sind damit die Bedingungen für die frühzeitige Entlassung erfüllt. Diese könnte frühestens am 5. August 2003 erfolgen.
Lange Geschichte
Das erste Urteil fiel vor über vier Jahren: Beide wurden zu je 20 Jahren Haft und einer Busse von je umgerechnet 250’000 Franken verurteilt. Im Herbst 2000 wurde der Fall neu aufgerollt und die Strafe auf 12 Jahre reduziert. Ihre Anwälte erhoben daraufhin eine Kassationsbeschwerde und reichten ein Wiedererwägungsgesuch ein. Beide wurden abgelehnt.
Im juristischen Hin und Her zwischen Anwälten und Richtern fehlten weder Vorwürfe sexueller Belästigung, die Absetzung eines Richters wegen Korruption noch ein ungeklärter Mord an einem der Richter.
Die Schweizer Medien zeigten in der ganzen Zeit grosses Interesse am Fall und verfolgten die Entwicklungen genau.
13 Kilogramm Kokain und ein Nestlé-Direktor
Angefangen hatte alles im August 1997, als in einem Container 13 Kilogramm Kokain auftauchten. Hänggi und Giovanoli wurden festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, an einem Kokainschmuggel im Wert von 100 Mio. Dollar nach Europa beteiligt gewesen zu sein.
Nicolas Hänggi ist der Sohn des früheren Nestlé-Direktors in Guatemala, Andreas Hänggi. Dieser war im ersten Prozess wegen Beihilfe zu 12 Jahren Haft verurteilt worden. Im Februar 1999 wurde er freigesprochen und tauchte sofort unter, bevor er in einem neuen Verfahren in Abwesenheit erneut verurteilt wurde.
swissinfo und Agenturen
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