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MvG: Würdiger Karriere-Abschluss

Michael von Grünigen lässt zum Karriere-Ende den Champagner spritzen. Keystone

Im letzten Riesen-Slalom seiner Karriere sicherte sich Michael von Grünigen als Dritter hinter den beiden Österreichern Hans Knauss und Benjamin Raich in Hafjell (No) die kleine Kristallkugel.

Von Grünigen ist damit zum vierten Mal nach 1996, 1997 und 1999 der beste Riesenslalom-Fahrer der Weltcup-Saison.

Eine grossartige Karriere nahm ein grossartiges Ende: Im 112. und letzten Weltcup-Riesenslalom seiner Laufbahn schaffte es der Berner Oberländer, der Gewinner von 23 Rennen, im norwegischen Hafjell nochmals aufs Podest.

An der WM in St. Moritz war ihm eine Medaille versagt geblieben, doch zum Abschluss gelang Michael von Grünigen (MvG) eine Topleistung. Zum sechsten Mal, im neunten Rennen der Saison, fuhr der knapp 34-jährige Berner Oberländer aufs Podium, womit er die Gesamtwertung des Riesenslaloms überlegen für sich entschied.

Spärliche Konkurrenz

Einzig der Amerikaner Bode Miller hätte von Grünigen im Kampf um die kleine Kristallkugel noch abfangen können, doch schon nach dem ersten Lauf war eigentlich klar, dass der Schweizer die Wertung gewinnen würde. Miller lag bei Halbzeit lediglich auf Platz 17. Danach konnte sich der Amerikaner zwar noch auf Rang 6 verbessern, aber dies reichte nicht. Miller hätte das Rennen gewinnen und darauf hoffen müssen, dass von Grünigen keine Punkte macht.

Das jedoch war wenig wahrscheinlich, zumal der Berner schon nach dem ersten Durchgang auf Platz 4 lag. Mit einem Ausfall durfte Miller noch weniger spekulieren: Von Grünigen ist im Riesenslalom letztmals 1994 an den Olympischen Spielen von Lillehammer ausgeschieden. Diese fanden an jenem Hang statt, wo er nun triumphieren durfte.

Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit war MvG über den Verlauf des Rennens klar informiert. Jetzt konnte er angreifen und den eigenen Beitrag zu seiner Farewell-Party leisten. 0,08 hinter Raich und 0,54 hinter Hans Knauss erkämpfte er den 3. Platz; Leader Christoph Gruber fiel auf den 11. Rang zurück. «Der Podestplatz war nicht mein primäres Ziel», sagt MvG, «aber so ist der Tag noch etwas schöner».

«Sir des Riesenslalom»

Am Ziel bereitete ihm die Mannschaft einen herzlichen Empfang. Bruno Kernen und Didier Défago trugen ihn auf den Schultern in den Zielraum zurück, der Champagner spritzte.

Die Verbandsspitze war nicht vertreten. Dafür erwiesen ihm alle eigenen und ausländischen Trainer die Reverenz, und Österreichs Chefcoach Toni Giger machte sogar einen Bückling vor ihm: «Er war die härteste Nuss für uns, und zu oft konnten wir sie nicht knacken. Mike hat meine tiefe Bewunderung. Er ist gefahren wie er lebt, elegant und mit Stil. Für mich ist er ‚der Sir des Riesenslalom».

Grosse Lücke

Welch grosse Lücke Von Grünigen, der Weltmeister der Jahre 1997 und 2001, im Schweizer Riesenslalom-Team hinterlassen wird, zeigte sich auch im letzten Rennen. Neben dem Berner kam keiner seiner Teamkollegen zu Weltcuppunkten. Didier Cuche belegte als zweitbester Schweizer Platz 16, Didier Défago wurde 18.

swissinfo und Agenturen

MvGs Karriere:

1. Weltcup-Start: 10.1.89 in Kirchberg
1. Weltcup-Sieg: 19.1.93 in Veysonnaz

– Weltmeister 1997 in Sestrière
– Weltmeister 2002 in St. Anton
– Riesenslalom-WC-Sieger 95/96
– Riesenslalom WC-Sieger 96/97
– Riesenslalom WC-Sieger 98/99
– Riesenslalom WC-Sieger 02/03

– Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998

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