Schweizer Delegierte in Johannesburg ausgeraubt
Bewaffnete Banditen drangen in der Nacht auf Sonntag ins Hotel der Schweizer Delegation am Erdgipfel in Johannesburg ein.
Auf Rosmarie Bär, Alt-Nationalrätin und Vertreterin der Hilfsweke, wurde ein Schuss abgegeben. Sie blieb körperlich unerletzt.
Der bewaffnete Täter stieg nach Mitternacht ins Hotelzimmer der Schweizerin ein. Nachdem sie aufgrund eines Geräusches erwacht war, gab der Angreifer aus nächster Nähe einen Schuss auf Rosmarie Bär ab, der sein Ziel jedoch verfehlte. Danach ergriff der Einbrecher die Flucht.
Bär hätte als Mitglied der Schweizer Delegation am Erdgipfel an einem Seminar sprechen sollen. Sie kehrt umgehend nach Hause zurück.
Vor ihr war bereits ein anderes Delegationsmitglied im Schlaf im Hotelzimmer ausgeraubt worden. Die Täter entkamen mit verschiedenen Wertsachen.
Kein politisches Motiv
«Natürlich ist dies ein sehr ernster Zwischenfall», sagte Daniele Waldburger, Pressesprecher der Schweizer Delegation in Johannesburg, gegenüber swissinfo. Waldburger geht nicht davon aus, dass es sich beim Überfall um eine gezielte, politisch motivierte Attacke gegen die Schweiz handelte: «Wir glauben nicht, dass die Attacke der Schweiz als solcher oder der Schweizer Delegation insgesamt galt.»
Die Schweizer Delegierten stehen unter Schock, sagte Waldburger. Man werde jedoch trotzdem wie geplant am Gipfel teilnehmen. Auch die für nächste Woche geplante Teilnahme des Schweizer Aussenministers Joseph Deiss am Erdgipfel sei nicht gefährdet.
Verbesserte Sicherheits-Massnahmen gefordert
Das Hotel, in dem Schweizer übernachteten, liegt ungefähr 20 Kilomenter vom Hauptkonferenz-Zentrum des Erdgipfels entfernt und gilt als eines der sichersten Hotels Johannesburgs. Die Metropole zählt zu den gefährlichsten Städten der Welt.
Die Delegation fordert nach dem gravierenden Zwischenfall von den südafrikanischen Behörden bessere Sicherheits-Massnahmen. Diese dürften sich nicht auf den Konferenzort beschränken, sondern müssten sich auch auf alle Hotels erstrecken, in denen die internationalen Delegierten untergebracht sind, betonte Waldburger. «Die Organisatoren des Erdgipfels übernahmen die Hotel-Buchungen und sind für die Sicherheit verantwortlich.»
Der Schweizer Botschafter in Südafrika hat sich mit der südafrikanischen Regierung in Verbindung gesetzt und bessere Sicherheits-Vorkehrungen für die Delegation verlangt. Die südafrikanischen Behörden sicherten diese bereits zu und verstärkten die Sicherheits-Massnahmen.
Ramsey Zarifeh, Johannesburg
Zwei Frauen der offiziellen Schweizer Delegation am UNO-Gipfel in Johannesburg sind ausgeraubt worden.
Dabei fiel ein Schuss auf eine der beiden Delegierten. Sie kam mit dem Schreck davon.
Die Täter entkamen mit verschiedenen Wertsachen.
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