Symbolstreit beim Roten Kreuz beigelegt
Neben dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond soll es in Zukunft auch eine rote Raute (r.) als international anerkanntes Schutzsymbol in Konfliktgebieten geben. Darauf einigten sich die internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond- Gesellschaften in Genf.
Neben dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond soll es in Zukunft auch eine rote Raute (r.) als international anerkanntes Schutzsymbol für Ärzte und andere Helfer in Konfliktgebieten geben. Darauf einigten sich die internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond- Gesellschaften am Freitag (14.04.) in Genf.
Mit dieser Entscheidung wird ein seit 25 Jahren andauernder Streit um die Anerkennung des roten Davidsterns beigelegt, der in Israel verwendet wird, aber international nicht anerkannt ist. «Wir wollten ein drittes Symbol, das keinen religiösen, ethnischen und nationalen Bezug hat», sagte die Leiterin der zuständigen Arbeitsgruppe, Christina Magnuson, am Freitag in Genf.
Für eine offizielle internationale Anerkennung des neuen Symbols, das die Form eines auf die Spitze gestellten Quadrats hat, ist allerdings noch die Verabschiedung eines Zusatzprotokolls zu den Genfer Konventionen notwendig. Dies müssen die Vertragsstaaten der Konventionen bei einer diplomatischen Konferenz beschliessen.
«Wir glauben, dass künftig ausser Israel auch Kasachstan und einige andere Länder, die bisher Probleme mit Kreuz und Halbmond hatten, das neue Symbol verwenden werden», erklärte sie. Kasachstan verwende bisher mit Rücksicht auf die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung Kreuz und Halbmond zusammen, was aber von der internationalen Föderation nicht anerkannt werde.
Der Symbolstreit beim Roten Kreuz war vor einigen Wochen eskaliert, nachdem die amerikanische Rotkreuz-Gesellschaft gedroht hatte, ihre Beiträge an die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond- Gesellschaften in Genf einzustellen, sollte der Davidstern nicht umgehend als drittes Symbol anerkannt werden.
Dagegen wandten sich jedoch viele islamische und auch europäische Staaten. Sie kritisierten unter anderem, der Davidstern sei, anders als das rote Kreuz und der Halbmond, ein religiöses Symbol und somit nicht neutral. Mit 7,2 Millionen Franken pro Jahr ist die US-Gesellschaft grösste Beitragszahlerin der Föderation.
In den Genfer Konventionen von 1929 sind lediglich das Kreuz, der Halbmond und das inzwischen nicht mehr verwendete iranische Zeichen eines Löwen mit Sonne als offizielle Symbole der Bewegung zugelassen. Das internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte sich mit dem Hinweis auf eine befürchtete Inflation der Symbole bislang geweigert, den roten Davidstern anzuerkennen.
swisinfo und Agenturen
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