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Vier Tage in Eis und Kälte

Die Hollandiahütte bei gutem Wetter. adventure.ch/Peter Walter

Ein 35-jähriger Deutscher hat sich nach einem Sturz in eine Gletscherspalte im Jungfraugebiet selbst befreien und in die Hollandiahütte durchschlagen können.

Der Mann sei erschöpft aber unverletzt gewesen, teilte die Kantonspolizei Bern an Silvester mit. Der erfahrene Alpinist hatte bei widrigsten Verhältnissen – Sturmwinde bis 230 km/h, Temperaturen bis -25 Grad, Schneefall – dank einem selbst gegrabenen Schneeloch «wie durch ein Wunder», so die Polizei, überlebt.

In Gletscherspalte versunken

Der Deutsche hatte die Skitour mit seinem 13 Jahre jüngeren Bruder unternommen. Die beiden fuhren angeseilt über den Kranzbergfirn; sie wollten in die Hollandiahütte gelangen. Plötzlich versank der ältere Bruder in einer Gletscherspalte.

Auf Zurufe erhielt der Jüngere keine Antwort. Er errichtete mit Skiern und Pickel eine Verankerung und seilte sich dann los, wie die Polizei und die SAC-Rettungsstation Lauterbrunnen mitteilten. Vom Louwitorsattel aus konnte der jüngere Bruder die Rettungskräfte alarmieren.

Rettung im Sturm nicht möglich

Eine erste Rettungskolonne musste in der Nacht auf Freitag umkehren. Am Freitag fand ein zweiter Rettungstrupp den verletzten Bruder des Verunglückten auf dem Louwitorsattel. Er konnte keine näheren Angaben zum Unfallort machen. Der jüngere Bruder wurde mit Erfrierungen an Händen und Füssen ins Tal geflogen.

In der Folge erlitten auch zwei Angehörige der Rettungstrupps wegen der eisigen Sturmwinde Erfrierungen. Die Wettersituation liess am Samstag keine weitere Suchaktion nach dem Vermissten zu. Dieser meldete sich dann selbst am Sonntag, vier Tage nach dem Sturz in die Spalte, aus der Hollandiahütte.

Im Schneeloch überlebt

Gemäss seinen Angaben war er rund 20 Meter tief in die Gletscherspalte gestürzt. Am verankerten Seil konnte er sich dann hochziehen, nachdem er den Rucksack zurückgelassen hatte.

In der Folge grub er sich neben der Spalte im tiefen Schnee ein. Am Freitag gelang es ihm beim schlechten Wetter ohne Kompass nicht, in die Hollandiahütte zu gelangen.

Bis am Sonntagmorgen blieb er im selbst gegrabenen Schneeloch. Gegen Mittag kämpfte er sich in die Hollandiahütte durch und alarmierte die Polizei.

swissinfo und Agenturen

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