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Das Internationale Rote Kreuz entwickelt Baller-Game

Auf den ersten Blick klingt es befremdlich: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz entwickelt ein Kriegs-Videospiel nach den Regeln des humanitären Völkerrechts. Die Gamer sollen damit lernen, dass es auch im Krieg Regeln gibt.

Dieser Inhalt wurde am 11. März 2019 - 11:30 publiziert

In herkömmlichen Baller-Games geht es nur um eines: Auf alles schiessen, was sich bewegt und so viele Menschen töten, wie möglich – ohne Einschränkungen. Kinder und Zivilisten kommen in diesen Games im Unterschied zu einer realen Kriegssituation nicht vor. Die Frage, ob ihr Handeln richtig ist, stellt sich für die Gamer nicht.

Das will das Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)Externer Link ändern: Es hat ein Game entwickelt, in dem die Spieler Krieg nach humanitären Regeln führen müssen.

Nicht auf Kinder schiessen

Konkret bedeutet das: Der Spieler muss zwischen feindlichen Kämpfern und Zivilpersonen unterscheiden und Verletzte medizinisch versorgen. Wer Kriegsgefangene erschiesst oder Zivilpersonen angreift, wird bestraft. Kurz: Die Spieler und Spielerinnen müssen die Prinzipien des humanitären VölkerrechtsExterner Link – also alle Regeln, die im Krieg gelten – im Spiel umsetzen.

"Ich kann nicht einfach auf alles schiessen, was ich sehe. Ich muss mein Ziel beobachten", erklärt Christian Rouffaer, Leiter des Virtual-Reality-Labors IKRK in Bangkok. "Ein richtiger Soldat kann nicht einfach tun, was er will." Das wüssten viele Gamer nicht.

Zwischen Realität und Glorifizierung

Das Game ist auch sonst sehr realistisch gestaltet. So laden Waffen manchmal langsam oder die Sicht ist schlecht. Rouffaer räumt ein: "Es ist eine Gratwanderung zwischen einer Glorifizierung des Krieges und der Unspielbarkeit eines Spieles, wenn es zu nah an der Realität ist."

Ursprünglich entwickelte das IKRK Simulationen für die eigenen Mitarbeiter zu Übungszwecken. Von da war es nur ein kleiner und billiger Schritt zu einem Ballerspiel. Es soll irgendwann gratis für alle zugänglich sein.

(SRF, swissinfo.ch)

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