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Pfingstfest der Chöre

Der Funke der Begeisterung sprang nicht.

(swissinfo.ch)

An der Expo.02 fand am Pfingstsonntag der "Tag der Kirchen" statt. Er stand ganz im Zeichen der geistlichen Chormusik. Ein Augenschein auf der Arteplage von Murten.

Der Himmel war verhangen, als das Chorfestival am Sonntagmorgen begann. Die in lockerer Abfolge an den Gestaden des Murtensees konzertierenden Chöre wirkten eher verloren denn begeisternd: Da rang ein Kirchenchor mit der ungünstigen Freilicht-Akustik, dort konnte sich eine Formation nur dank der Unterstützung eines mitgebrachten Keyboards vor dem tonalen Aus retten.

"Die Akustik hier draussen ist nicht zu vergleichen mit derjenigen in einer Kirche. Dort tönt es entschieden besser", erklärte eine Sopranistin des Gospelchors "Seeland Singers".

Und die Kollegin aus dem Alt beklagte sich über die fehlende Feststimmung: "Man hätte besser ein grosses Fest gemacht, als sich auf vier Arteplages zu verzetteln."

Auf die Menschen zugehen

Organisiert wurde das Chorfestival vom Verein "Schweizer Kirchen an der Expo.02" (Ese.02). Insgesamt beteiligten sich um die 4500 Sängerinnen und Sänger - verteilt auf 120 Chöre aus dem In- und Ausland.

Das Festival fand auf allen vier Arteplages gleichzeitig statt. Den Abschluss bildeten zwei grosse Vesperfeiern in Yverdon und Biel. Allein in Murten traten am "Fest des Heiligen Geistes" rund 800 Sängerinnen und Sänger auf.

"Wir wollen mit dem Expo-'Tag der Kirchen' das Bild einer Kirche vermitteln, die in Bewegung ist, die auf die Menschen zugeht, die dort ist, wo die Menschen sind", sagte Georg Schubert, Ese.02-Geschäftsführer, gegenüber swissinfo.

Mässiges Publikumsinteresse

Das Interesse des vorbei flanierenden Publikums hielt sich jedoch - zumindest in Murten - in Grenzen. Hin und wieder freundlicher Applaus. "Ich bin nicht wegen der Kirchen sondern wegen der Ausstellungen an die Expo gekommen", sagte ein älterer Herr aus Zürich. "Die Gesänge finde ich jedoch eine hübsche Abwechslung. Das Ganze wirkt recht spontan."

Im Laufe des Tages kam dann allmählich doch noch etwas Stimmung auf. Mit den zunehmend einströmenden Expo-Besuchern wurden auch die Zuschauerringe um die Chorformationen grösser: Beim ökumenischen Kirchenchor von Urdorf schwangen vereinzelt die Hüften, und bei den Rohrdorfer "The Spirits" klatschte das Publikum gar zag im Takt mit.

Das Attribut "mega geil" erhielt der Kirchentag schliesslich von einer 12-jährigen Nachwuchssängerin aus Luzern, die im Jugendchor "Adonia" mitwirkte: Fetzig-popige Chormelodien zur Instrumental-Begleitung aus mitgeschleppten Hifi-Boxen.

Werk der Ökumene

Der "Tag der Kirchen" sei "einzigartig" in der Geschichte der Schweizer Kirchen, sagte Ese.02-Präsident Thomas Wipf gegenüber swissinfo. "Eine derartige Koproduktion von vierzehn Kirchen und christlichen Verbänden gab es vorher noch nie."

Und: In der Zusammenarbeit zeige sich der Wille, die "Vielfalt religiöser Ausdrucksformen" in den einzelnen Kirchen "je länger je mehr verbindend statt trennend" zu empfinden.

Nicht-Christen fehlten

Nicht vertreten sind an diesem Pfingstsonntag die nicht-christlichen Religionen. Verpassten die christlichen Kirchen mit ihrer Monopolisierung des Kirchentags allenfalls eine Chance zur Vermittlung mit anderen Religionen?

"Wir haben anfänglich versucht, auch mit anderen Religions-Gemeinschaften zusammenzuarbeiten", sagte Wipf. "Es hat sich dann aber gezeigt, dass es nicht möglich ist, die ganze Vielfalt der Religionen in einem einzigen Projekt darzustellen. Einen 'Einheitsbrei' der Religionen wollte niemand."

Felix Münger, Murten

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