Calmy-Rey eröffnet Botschafterkonferenz
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat am Montag zum Auftakt der diesjährigen Botschafterkonferenz in Interlaken ihre Diplomaten zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit aufgerufen.
Die Aussenpolitik der Schweiz müsse der Machtverschiebung hin zu Schwellenländern wie Indien und China mehr Rechnung tragen. Die G20, die Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, sei zur zentralen Akteurin der Weltpolitik geworden. Der Bedeutungszuwachs habe Folgen für die Schweiz, sagte Calmy-Rey.
So wie bei der EU gehöre die Schweiz auch da «nicht zum Club», sagte Calmy-Rey gemäss Redetext. «Der Schock der schwarzen und grauen Listen, auf denen die G20-Staaten unser Land öffentlichkeitswirksam anprangerten, sitzt uns noch allen im Nacken», erklärte die Aussenministerin mit Blick auf die internationalen Attacken auf das Bankgeheimnis und den Schweizer Finanzplatz.
Die Aussenpolitik dürfe sich nicht auf wenige Nischen beschränken, sondern vielmehr «möglichst vielfältige Beziehungen mit möglichst vielen Ländern und Organisationen pflegen».
Der Schweiz bleibe keine andere Wahl, als ihre Interessen aktiv zu verteidigen und sich international verstärkt einzubringen. Die Zeiten, in denen jedes Land seine Probleme alleine lösen konnte, seien vorbei.
An der Botschafterkonferenz nehmen rund 200 Vertreterinnen und Vertreter der Schweiz im Ausland teil, dazu gehören die Botschafter, die Generalkonsule und die Leiter der Kooperationsbüros der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).
swissinfo.ch und Agenturen
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