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Polypeptide hebt Prognose nach erfolgreichem ersten Semester an

Keystone-SDA

Polypeptide schaut auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2025 zurück, unter dem Strich ist aber erneut ein Verlust angefallen. Für das Gesamtjahr passt der Zuger Auftragsentwickler und -hersteller von Peptiden seine Wachstumsprognosen leicht an.

(Keystone-SDA) Polypeptide steigerte den Umsatz von Januar bis Juni um knapp 24 Prozent auf 167,1 Millionen Euro. Vor allem bei den kommerziellen Aktivitäten stiegen die Verkäufe um fast 38 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Ein wesentlicher Treiber war die erfolgreiche Anlaufphase einer neuen Grossanlage in Braine-l’Alleud (Belgien), die Ende 2024 in Betrieb genommen wurde. Beim Betriebsgewinn EBITDA erreichte sie bereits die Gewinnschwelle. Die Anlage solle ab 2026 gewinnsteigernd sein, erklärte Finanzchef Marc Augustin an einer Telefonkonferenz

Neu rechnet das Unternehmen im 2025 mit einem Umsatzplus von 13 bis 20 Prozent. Im Frühjahr hatte das Management noch eine Spanne von plus 10 bis 20 Prozent genannt.

Marge steigt weniger als erwartet

Operativ machte Polypeptide ebenfalls Fortschritte: Der Gewinn auf Stufe EBITDA lag mit 4,4 Millionen Euro um mehr als die Hälfte über dem Vorjahreswert, und die Marge erreichte 2,7 Prozent nach 2,1 Prozent im Vorjahr.

Das ist aber weniger als Analysten erwartet hatten. Polypeptide führte hier einen veränderten Produktmix mit höheren Materialkosten, Investitionen in Mitarbeitende, sowie ausserordentliche Kosten im Zusammenhang mit der Anlaufphase in Belgien ins Feld.

Unter dem Strich blieb das Unternehmen mit einem Verlust von 26,5 Millionen Euro in den roten Zahlen. Hier spielte nicht zuletzt auch ein Finanzergebnis von minus 17,3 Millionen Euro eine Rolle.

Hohe Investitionen

Die Investitionen in neue Kapazitäten blieben derweil hoch, um die Chancen im Bereich GLP-1 («Schlankmacher») zu nutzen. Konkret betrugen die Investitionen 46,1 Millionen Euro oder 27,6 Prozent des Umsatzes.

Im laufenden Jahr will Polypeptide insgesamt rund 100 Millionen Euro investieren. Mittelfristig werde man 15 bis 20 Prozent des Umsatzes investieren, um Kapazität über das Jahr 2028 hinaus sicherzustellen, hiess es.

Die Anstrengungen von US-Präsident Donald Trump für tiefere Medikamentenpreise machen Firmenchef Juan José González derweil wenig Sorgen. «Wir sind dem Preisdruck weniger ausgesetzt», sagte er. Er erinnerte daran, dass die Rechnung von Polypeptide in der Regel weniger als 2 Prozent des Endpreises für eine Arznei ausmache.

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