
PRESSE/Volvo und Geely streiten über Expansionskurs in China
LONDON (awp international) – Der schwedische Autobauer Volvo ist sich laut einem Zeitungsbericht mit seinem neuen chinesischen Eigner uneins über die Expansionspläne der schwedischen Premiummarke auf dem chinesischen Markt. Geely wolle drei neue Werke in China bauen, um vom dortigen Nachfrageboom zu profitieren, schreibt die «Financial Times» (FT) in ihrer Freitagausgabe. Das Management am Stammsitz im schwedischen Göteborg wolle dagegen zunächst einen umfassenden Geschäftsplan ausarbeiten, bevor die Expansion in Angriff genommen wird, sagten mehrere Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind, der Zeitung.
«Die Verantwortlichen werden sich nicht für Investitionen entscheiden, wenn sie keinen Businessplan haben, der schwarze Zahlen und gute Margen vorhersagt», sagte eine der Personen, die namentlich nicht genannt werden wollte. Volvo wollte die Informationen auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren. Ein Geely-Sprecher betonte, das China-Geschäft von Volvo solle ausgebaut werden. Dazu brauche das Unternehmen einen Plan, der Fragen der Finanzierung mit einschliesst sowie Überlegungen, welche Autos die richtigen für den chinesischen Markt sind.
Bislang ist Volvo nur ein kleiner Spieler auf dem wachsenden chinesischen Markt: In diesem Jahr werden die Schweden dort dem Bericht zufolge voraussichtlich gut 30.000 Fahrzeuge absetzen.
Die Auseinandersetzung markiert den ersten grossen Test für die bislang grösste Übernahme eines ausländischen Autobauers durch einen chinesischen Hersteller. Im Zuge der Verkaufsverhandlungen im Frühjahr hatte Geely-Chef Li Shufu dem schwedischen Management Unabhängigkeit zugesichert. Die Übernahme ging im Sommer über die Bühne. Neuer Volvo-Chef wurde der bisherige VW-Nordamerikachef Stefan Jacoby./dct/stb/wiz