Prozess gegen Schweizer «Statthalter» der ‚Ndrangheta gestartet
Am Bundesstrafgericht in Bellinzona hat am Montag der Prozess gegen den mutmasslichen "Statthalter" der 'Ndrangheta in der Schweiz begonnen. Gleich zu Beginn versuchten die Verteidiger, die Zugehörigkeit ihres Mandaten zu einer kriminellen Organisation zu widerlegen.
(Keystone-SDA) Es gebe keinen Beweis dafür, dass sein Mandant Mitglied der ‚Ndrangheta sei, hielt der Wahlverteidiger des Angeklagten vor dem Bundesstrafgericht fest. Sein Mandant sei während mehrerer Jahre abgehört worden. Dies sei ein «unverhältnismässiger Einsatz» von Ressourcen.
Der Angeklagte habe sich während des Ermittlungsverfahrens vollkommen gleichgültig gezeigt, erwiderte der Staatsanwalt des Bundes. Das entspreche einem «perfetto stile mafioso» – einem «perfekten Mafia-Stil». Die Verteidiger hätten nun bereits ein Plädoyer gehalten, fuhr der Staatsanwalt fort. Das sei jedoch «unsachgemäss». Das Gericht müsse über die einzelnen Punkte am Ende des Prozesses befinden.
Dem Angeklagten werden unter anderem Beteiligung an oder Unterstützung einer kriminellen Organisation vorgeworfen.