Navigation

Quantensprung hin zu einem unknackbaren Code

Das neue System hat in zwei Kästchen Platz, die mit den beiden Enden eines Lichtfaserkabels verbunden sind. (Bild: id Quantique) 新的系统被安装在两个小盒中,中间用玻璃纤维电缆链接 (图片: id Quantique)

Eine Schweizer Firma hat mit einem sicheren, nicht-abhörbaren Kommunikations-System einen Weltrekord aufgestellt.

Dieser Inhalt wurde am 28. Juli 2002 - 11:08 publiziert

"id Quantique", eine Spinoff-Firma der Genfer Universität, hat eine vollständig sichere Botschaft über eine gewöhnliche Telefonleitung von Genf nach Lausanne geschickt - und mit dieser Distanz von 67 Kilometer alle Rekorde gebrochen.

Die Firma benutzte Quantenkryptografie, eine Technik, die auf einzelnen Lichtphotonen aufbaut. Damit kann der Empfänger feststellen, ob sich jemand an den Daten zu schaffen gemacht hat.

Nach dem Experiment könnte Quantenkryptografie endlich so weit sein, dass sie auch ausserhalb des Labors, in der wirklichen Welt angewandt werden kann.

"Die Art, wie die Sicherheit angegangen wird, ist revolutionär, weil die Sicherheit der Kommunikation nicht mehr auf Mathematik basiert, sondern auf physikalischen Gesetzen", erklärt Firmenmitbegründer Grégoire Ribordy.

Geheimer Schlüssel

Wenn zwei Personen ein vor Abhörung sicheres Gespräch führen wollen, müssen sie sie sich zurzeit zuerst einen geheimen Schlüssel senden, der ihre Übermittlung chiffriert und wieder dechiffriert.

Solange der Schlüssel geheim bleibt, bleibt auch die Botschaft geheim. Das Problem liegt darin, zu erkennen, ob jemand den "Schlüssel" unterwegs abgefangen hat.

Mit Quantenkryptografie kann dieses Problem umgangen werden, da sie für die Übertragung des Schlüssels einzelne Photonen benutzt. Die Sicherheit des Systems baut auf der Tatsache auf, dass jeder Hacker mit seiner Aktivität die Quanteneigenschaften der Teilchen verändert.

Durch das Abfangen der Botschaft geraten Fehler in die Übertragung, so dass der Empfänger weiss, dass der Schlüssel nicht mehr sicher ist.

Bis vor kurzem brauchte es für die Photonen-Detektoren ein Kühlsystem mit grossen Mengen an flüssigem Stickstoff. "Wir konnten das gesamte Detektorsystem verkleinern und benutzen nun ein anderes Kühlsystem", sagte Ribordy gegenüber swissinfo.

Das neue System hat auf einem Pult Platz, es besteht aus zwei Kästchen, die an den beiden Enden eines Lichtfaserkabels angeschlossen sind. Jedes Kästchen enthält ein Lasergerät zur Erzeugung der einzelnen Photonen, ferner ein Gerät, das die chiffrierten Information auf jedes Photon überträgt sowie den Detektor als Sensor für die ankommenden Photonen.

Reif für die Vermarktung

Laut Ribordy ist die Technologie jetzt reif für kommerzielle Nutzung, er räumt aber ein, dass sie einen grossen Nachteil hat: Die Distanz, auf der das System eingesetzt werden kann, ist wegen der Abschwächung in der Lichtfaser auf rund 70 km beschränkt.

"Eine Distanz von nur 60-70 km bedeutet natürlich, dass das System nur beschränkt angewendet werden kann", fügt er hinzu.

"Eine Kommunikation zwischen verschiedenen Banken in einem Stadtgebiet zum Beispiel ist durchaus vorstellbar, eine sichere Kommunikation zwischen Paris und New York dagegen ist vorläufig noch nicht möglich."

Trotzdem verkauft die Firma bereits ihren Generator für die Quanten-Zufallsnummern. Diese Zufallsnummern werden benötigt, wenn eine Firma Kreditkarten ausstellt oder geheime Online-Transaktionen sichern will.

"Das Interessante am Einsatz von Photonen ist, dass es das einzige System ist, mit dem Sie echte Zufallsnummern bekommen", sagt Ribordy.

Vincent Landon

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.