
Roche legt an ASCO neue Daten zu Avastin, MabThera und Trastuzumab-DM1 vor (AF)
Basel (awp) – Roche legt an der 46. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) neue Daten zu u.a. Avastin, MabThera und Trastuzumab-DM1 vor. Insgesamt würden an der Tagung vom 4.-8. Juni in Chicago rund 400 Kurzbeschreibungen zu Krebsmedikamenten und Forschungswirkstoffen für 30 Krebsarten vorgestellt, teilte der Pharmakonzern in der Nacht auf Freitag mit.
Zu Avastin bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs werden unter anderem die Detailergebnisse aus der Phase-III-Studie GOG0218 präsentiert. Erste Daten wurden bereits Ende Februar vorgelegt. Weiter werden neue Daten zum selben Wirkstoff in mehreren Therapielinien bei fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom präsentiert.
Die GOG0218-Studie erreichte ihren vorrangigen Endpunkt. Eine Kombination von Avastin und Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel gefolgt von einer Nachsorgebehandlung mit Avastin allein habe die Zeit verlängert, in der Frauen mit zuvor unbehandeltem Eierstockkrebs ohne Verschlechterung der Krankheit lebten. Der Vergleich erfolgte mit einer Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel allein.
Die genannte Studie sei die erste Phase-III-Studie eines anti-angiogenen Arzneimittels bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs, die ihren primären Endpunkt erreicht habe, heisst es weiter. Die Ergebnisse würden unterstreichen, wie wichtig bei diesem Hintergrund eine Weiterbehandlung mit Avastin nach einer Kombination von Avastin mit einer Chemotherapie sei.
Im Weiteren wird über klinische Endpunkte bei mit Avastin behandelten Patienten mit metastasierendem, kolorektalem Krebs informiert, die Ergebnisse aus der beobachtenden Kohortenstudie ARIES vorgestellt und die Daten aus der BRiTE-Studie bestätigt. Die Ergebnisse würden darauf schliessen lassen, dass Patienten, die nach dem Fortschreiten des Krebses mit einem Therapieprogramm auf Avastin-Basis fortfuhren, länger lebten als Menschen, die auf einen Therapieplan ohne Avastin umstellten oder die Behandlung ganz einstellten.
Die mittlere Überlebensrate nach der ersten Progression der Erkrankung habe 16,3 Monate bei Patienten betragen, die mit einem Therapieprogramm auf Basis von Avastin fortgefahren seien. Bei Patienten ohne Therapie mit Avastin seien dies 8,5 Monate gewesen und bei jenen, die die Behandlung ganz eingestellt hatten, 5,2 Monate, heisst es weiter.
In einer Phase-III-Studie werde zurzeit die Fortsetzung eines Therapieplans auf Avastin-Basis im Vergleich zu Chemotherapie allein in der Zweitlinientherapie nach Progression im Anschluss an eine Erstlinienbehandlung mit Avastin plus Chemotherapie bewertet.
Auch wird gemäss Mitteilung über eine neuartige Kombination von HER2-gerichteten Medikamenten informiert. Dazu gehören vorläufige Ergebnisse aus einer Phase-Ib/II-Studie zur Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit des Arzneimittelkonjugats gegen den Antikörper HER2, bestehend aus Trastuzumab-DM1 in Kombination mit dem HER-Dimerisierungshemmer Pertuzumab bei vorbehandelten Frauen mit fortgeschrittenem, HER2-positivem Brustkrebs.
Vorläufige Ergebnisse bei 23 Patientinnen, deren Krankheit sich nach im Mittel acht vorhergehenden Behandlungen, darunter auch Herceptin und Lapatinib, verschlechtert hatte, ergaben, dass die Kombination aus diesen beiden Prüfpräparaten bei 9 von 23 Frauen zu einer Verkleinerung des Tumors führte.
Zu MabThera werden die Phase-III-Daten aus der PRIMA-Studie vorgestellt, über die bereits kurz separat berichtet worden ist. Dabei handelt es sich um die Erhaltungstherapie bei grossfollikulärem Lymphoblastom. Dies ist eine unheilbare Krebserkrankung, bei der die Menschen mit fortschreitender Krankheit Rückfälle und vorübergehende Besserungen durchmachen, heisst es weiter.
Weltweit würden bei Roche zurzeit 22 neue Medikamente erforscht, von denen sich fünf bereits in den letzten Entwicklungsstadien befinden.
rt/ra