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Schmid fordert WEF zu Solidarität auf

Fordert ein offenes Ohr für Arme: Bundespräsident Schmid am WEF.

(Keystone)

Mit einem Appell für den Frieden und die Bekämpfung der Armut hat Bundespräsident Samuel Schmid WEF offiziell eröffnet.

Er mahnte die Forums-Teilnehmer, sich nicht nur für die Entwicklung der Wirtschaft einzusetzen, sondern auch für die Gerechtigkeit.

Das World Economic Forum (WEF) könne Brücken schlagen, sagte Schmid an der offiziellen Eröffnung in Davos. Auch die Stimmen der Benachteiligten dieser Welt, der Armen und der ungerecht Behandelten müsse das WEF hören.

Neue Fragen für neue Anfänge

In Davos sollen die Teilnehmer die Chance packen, "andere Standpunkte zu verstehen, Konflikte zu benennen und im Umdenken gemeinsam nachhaltige Lösungen zu finden". Das WEF müsse offen sein, weil nur neue Fragen zu neuen Antworten führen könnten.

Damit spielte Schmid auf das Motto des WEF-Gründers Klaus Schwab für das diesjährige Forum an. Schwab präsentierte bereits im Vorfeld das WEF 2005 als "Meeting der neuen Anfänge".

Laut Schmid ist das Forum aber auch eine Chance für "mehr Gleichgewicht zwischen den Menschen dieser Welt". Er appellierte an Anstand, Menschenwürde, Fairness, Vertrauen und Toleranz.

"Denn Unterschiede werden wir immer haben und Toleranz macht Unterschiede möglich", sagte Schmid. "So wie Unterschiede Toleranz möglich machen."

Die Flutkatastrophe in Südasien habe gezeigt, dass globale Solidarität möglich sei. "Die Menschheit bewegt sich also doch in Richtung Menschlichkeit."

Chirac und Blair gegen Aids und Armut

Der französische Präsident Jacques Chirac hat in Davos Ideen für die Finanzierung eines verstärkten Kampfes gegen Aids vorgestellt. Der britische Premier Tony Blair will die Not in Afrika lindern.

Chirac, der wegen des schlechten Wetters nicht nach Davos fliegen konnte, sprach via Liveschaltung zu den Teilnehmern des WEF. Seine Ideen zur Bekämpfung von Aids und Armut will das französische Staatsoberhaupt der UNO und der EU vorlegen. Ihm schwebt die Besteurung von Ländern mit einem Bankgeheimnis vor.

Trotz grosser Bemühungen etwa von Seiten der Weltgesundheits-Organisation drohe der Kampf gegen Aids zu scheitern, erklärte Chirac. Nur 400'000 HIV-Infizierte in den armen Ländern könnten sich medizinisch behandeln lassen, obschon eine Zahl von 3 Mio. angepeilt war.

Bankgeheimnis in Frage gestellt

Chirac möchte deshalb mindestens 10 Mrd. Dollar pro Jahr für den Kampf gegen Aids sammeln, statt lediglich 6 Mrd. Dollar, wie es heute der Fall ist. Dabei schweben ihm verschiedene Szenarien vor, von denen eines die Schweiz konkret betreffen würde.

Die Länder mit einem Bankgeheimnis könnten einen Teil ihrer Gewinne aus den Kapitalflüssen für einen Aids-Fonds zur Verfügung stellen, führte Chirac aus. Die Schweiz, die trotz Kritik aus dem Ausland am Bankgeheimnis festhält, würde in diesem Fall zur Kasse gebeten.

Afrika und Klimaerwärmung

Der britische Premierminister Tony Blair hat am WEF den gemeinsamen Kampf gegen die Not in Afrika und den Klimawandel als Schwerpunkte der britischen Präsidentschaft der G-8 genannt.

Die Krise Afrikas kann nach Blairs Ansicht nicht durch Wohltätigkeit, sondern nur durch Partnerschaft überwunden werden. Afrika müsse jedoch eigene Anstrengungen bei der Lösung bewaffneter Konflikte unternehmen.

Beim Thema Erderwärmung forderte er einen neuen weltweiten Konsens bei der Reduzierung der Treibhausgase. Dadurch würden weder Lebensstandard noch Wirtschaftswachstum beeinträchtigt, meinte er.

Handlungen statt Dialoge

Für einen "pragmatischen Optimismus" machte sich WEF-Gründer Klaus Schwab stark. Wie bereits bekannt lautet das Motto der 35.Ausgabe des WEF "Verantwortung übernehmen für schwierige Entscheide".

Das Forum, das bis zum Sonntag dauert, solle nicht nur Plattform für Dialoge sein, sondern die Grundlage für konkrete Handlungen. Am diesjährigen WEF nehmen 2250 Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur teil.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die 35. Ausgabe des WEF dauert vom 26. bis 30. Januar.

Die WEF-Organisatoren erwarten über 2200 Teilnehmer aus rund hundert Ländern.

Vertreter von 400 Medien, darunter 75 aus der Schweiz, berichten direkt aus Davos.

Die diesjährige WEF-Ausgabe steht unter dem Motto "Verantwortung übernehmen für schwierige Entscheide".

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