Schokolade-Industrie in Festtagslaune

In der Weihnchtszeit schmeckt die Schokolade besonders süss. Keystone

Die Weihnachtszeit naht und damit auch die süsseste Zeit für die traditionsreichen Schweizer Schokolade-Hersteller.

Dieser Inhalt wurde am 17. Dezember 2005 - 10:19 publiziert

Über die Festtage erzielen die Kakao-Produkte die grössten Umsätze. Süsses schmeckt in der Advents- und Weihnachtszeit doppelt so gut.

Für die Schokoladehersteller ist die Weihnachtszeit - noch vor Ostern - die wichtigste Saison des Jahres. Obwohl im Gegensatz zu Ostern deutlich weniger Festartikel hergestellt werden, läuft vor allem das Standardsortiment im Geschenkbereich sehr gut, wie der Direktor des Branchenverbandes Chocosuisse, Franz Urs Schmid, erklärt.

Lindt & Sprüngli, nach eigenen Angaben die "klare Nummer 2" im Weihnachtsgeschäft, erzielt im zweiten Semester rund 60% des Jahresumsatzes, wie Pressesprecherin Sylvia Kälin sagt.

Wie wichtig das Weihnachtsgeschäft ist, zeigt sich darin, dass das erste Halbjahr immerhin das Ostergeschäft, den Muttertag und den Valentinstag enthält.

Bei der Migros-Tochter Chocolat Frey, die sich als Nummer eins der Branche bezeichnet, wird in der Weihnachtszeit und an Ostern je ungefähr 10% des Jahresumsatzes erzielt, wie Sprecher Christoph Schmassmann sagt.

Kindheitserinnerungen wecken

Auch für das Familienunternehmen Camille Bloch ist das Weihnachtsgeschäft sehr wichtig. Es biete Gelegenheit, spezielle Produkte und edle Verpackungen anzubieten, sagt Unternehmens-Sprecherin Sandra Biedermann-Bigai.

"Dunkle Schokolade ist im Kommen", heisst es bei den Schokoladeherstellern einhellig. Rezepturen mit Zimt, Koriander, Mandeln und Lebkuchen lassen Kindheitserinnerungen aufkommen. Weniger gefragt ist hingegen alkoholhaltige Schokolade. Bei der Produkte-Entwicklung geht der Trend auch hin zu kleineren Produkten und dünnen Schokoladeplättchen.

Konjunktur resistentes Geschäft

Schweizerinnen und Schweizer lieben Schokolade. Die jährliche Statistik von Chocosuisse beweist es: Sie haben auch im vergangenen Jahr mit 11,6 Kilogramm pro Kopf weltweit am meisten Schokolade verzehrt. Allerdings sind die Einkäufe der Feriengäste und Grenzgänger inbegriffen.

Die 18 Hersteller der Schweizer Schokoladenindustrie verkauften 2004 rund 69'845 Tonnen Schokoladewaren in der Schweiz. Mehr als die Hälfte aller Produkte (53%) werden in über 130 Länder exportiert.

Der Schweizer Markt ist gesättigt. Wachstumschancen für die Schweizer Hersteller gibt es daher nur noch im Export. Nach einer Umfrage von Chocosuisse dürfte der Export im laufenden Jahr insgesamt recht erfreulich verlaufen. Wie 2005 insgesamt zu Buche schlagen wird, entscheidet sich aber im Weihnachtsgeschäft.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Schweizer Schokoladenindustrie (18 Hersteller) verkaufte 2004 rund 69'845 Tonnen Schokoladewaren in der Schweiz.

Mehr als die Hälfte aller Produkte (53%) werden in über 130 Länder exportiert.

Wichtigste Exportmärkte sind Deutschland (20%), Frankreich und Grossbritannien (je 11%) sowie die USA (8%).

Die vier Grössten der Branche sind Chocolat Frey, Cailler (Nestlé), Lindt & Sprüngli und Kraft Foods.

End of insertion

In Kürze

"Schweizer Schokolade" ist eine fertig conchierte Schokolade bzw. Schokolademasse, die vollständig in der Schweiz aus Kakaobohnen, Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und gegebenenfalls Milch hergestellt worden ist.

Die Verwendung der Bezeichnung "Schweizer Schokolade" im In- und Ausland hat sich im übrigen am "Klarheitsprinzip" zu orientieren. Dieses setzt voraus, dass eine allfällige Teilfertigung im Ausland (z.B. Formen oder Verpacken des Produkts) auf der Verpackung zu deklarieren ist.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen