Navigation

Skiplink navigation

Schweiz gedenkt der Opfer des Seebebens

Die Fahnen auf dem Bundeshaus wehen am Mittwoch auf Halbmast. Keystone

Mit einem nationalen Trauertag gedachte die Schweiz der Opfer der Tsunami-Katastrophe in Südasien.

Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2005 - 16:51 publiziert

Am Sammeltag der Glückskette kamen bis am frühen Abend insgesamt 80 Mio. Franken zusammen – ein Rekord.

Die Schweizer Bevölkerung bringt ihre Solidarität mit den Opfern der Flutwelle mit einem Spenden-Rekord zum Ausdruck: Bis Mittwoch-Nachmittag haben die Spenden für die Glückskette 38 Mio. Franken erreicht. Hinzu kommen 45 Mio. Franken aus den Vortagen, insgesamt also 83 Mio. Franken.

Einzahlungsscheine gingen aus

Damit wurde der bisherige Rekord im knapp 60-jährigen Bestehen der Glückskette gebrochen. Im Herbst 2000 waren für die Opfer der Unwetter im Wallis und im Tessin 74 Mio. Franken gespendet worden.

Die nun für die Flutopfer in Asien gespendeten Beträge reichten von wenigen Franken bis zu über einer Million. "Die Nation spendet", sagte Glückskette-Koordinator Roland Jeanneret. Es sei es am Morgen trotz 120 Telefonlinien der Gratisnummer zu Wartezeiten von bis zu 45 Minuten gekommen, sagte er.

Auch im Internet war der Ansturm riesig, so dass zeitweise die Seite nicht in allen Sprachen verfügbar war. Gemäss Jeanneret gingen in einzelnen Postfilialen die Einzahlungsscheine aus.

Fahnen auf Halbmast und Kirchenglocken

Die Schweiz markierte den zehnten Tag nach der Flutkatastrophe in Solidarität und Trauer mit Fahnen auf Halbmast. Zu diesem Zeichen hatte der Bundesrat letztmals im Katastrophenherbst 2001 gegriffen, nach dem Crossair-Absturz bei Bassersdorf, dem Amoklauf im Zuger Kantonsparlament und den Terroranschlägen in den USA.

Am Mittag läuteten alle Kirchenglocken für eine Viertelstunde. Im Berner Münster liefen die Vorbereitungen für die nationale Trauerfeier der drei Landeskirchen, die um 16.30 Uhr begann.

Aussenministerin hat noch Hoffnung

Müde und erschüttert vom viertägigen Augenschein in den Katastrophengebieten in Thailand und Sri Lanka trat Aussenministerin Micheline Calmy-Rey im Bundeshaus vor die Medien.

Sie habe die Hoffnung nicht aufgegeben, von den rund 500 vermissten Schweizerinnen und Schweizern noch so viele wie möglich zu finden, sagte sie und fügte hinzu: "Wir lassen sie nicht im Stich."

Die vom Bundesrat bewilligte Soforthilfe für die Region von 27 Mio. Franken soll zu 60% für bilaterale Projekte mit konkreter und sichtbarer Wirkung verwendet werden.

Hilfsgüter heben ab

Auch am Tag der Trauer wurden weitere Hilfsgüter in Richtung der indonesischen Provinz Aceh geschickt, die besonders stark betoffen ist. Ein Transportflugzeug mit 40 Tonnen Hilfsmaterial startete am Nachmittag vom Flughafen Zürich Kloten. Ein weiterer Flug war für den Abend geplant.

An Bord des bisher zweiten Schweizer Transportfluges für die indonesische Provinz seien hauptsächlich medizinische Güter, Zelte, Generatoren und Wasserpumpen, hiess es bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenabrbeit (DEZA). Ein Viertel der insgesamt 80 Tonnen stamme aus Armeebeständen.

An Bord der beiden Maschinen reisten zehn DEZA-Experten mit, darunter Ärzte, Wasserexperten und Zeltbauer.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Das Seebeben vom 26. Dezember 2004 vor der indonesischen Insel Sumatra erreichte die Stärke 9 auf der Richter-Skala.
Nach jüngsten Schätzungen wird mit rund 150'000 Todesopfern gerechnet.
Noch mehr als 2 Mio. Menschen benötigen dringend Nahrungsmittel.
Am Dienstag gab die Schweizer Regierung bekannt, dass sie mit bis zu 500 Schweizer Todesopfern rechne.

End of insertion

In Kürze

Aussenministerin Calmy-Rey ist nach ihrem viertägigen Besuch des Katastrophengebiet in die Schweiz zurück gekehrt.

Die Schweizer Regierung stellte 27 Mio. Fr. für die Nothilfe bereit, 2,29 Mio. davon für den Wiederaufbau eines thailändischen Dorfes.

Am Mittwoch begeht die Schweiz einen nationalen Trauertag für die Opfer der Flutwelle.

Die Fahnen wehen auf Halbmast, die Kirchenglocken läuteten um zwölf Uhr für eine Viertelstunde.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen