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Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Eklatant: Eine Auslandschweizerin ruft in Österreich zum Gebet für Politiker auf. 

Brisant: Die erste Kündigung in der 164-jährigen Geschichte der ETH Zürich betrifft eine Frau. 

Relevant: In Bern fordert ein Kirchenrichter, dass nicht ein Bischof, sondern ein Gerichtshof für Missbrauchsfälle zuständig sein sollte. 

Interessant: Ein Einfamilienhaus im Tessin mit Seeblick für nur einen Franken.

Liebe Grüsse aus Bern

Helene Cuenod
Urheberrechtlich Geschuetzt

«Pray for Austria» heisst eine vieldiskutierte Webseite, die eine Schweizerin in Wien lanciert hat. Die Online-Gebetsplattform ist überkonfessionell und hat von der römisch-katholischen Bischofskonferenz bis zur Evangelischen Allianz breite Unterstützung gefunden.


Verpflichtung zum regelmässigen Gebet: Einige Österreicher finden die Gebetsinitiative der katholischen Eidgenossin Helene Cuenod in ihrem Land zwar peinlich, aber sie ist erfolgreich. Bis zu 6000 Besucher kommen täglich auf die Webseite und über 500 Betende haben sich bereits zum regelmässigen Gebet verpflichtet.

Zufallslos für Unentschlossene: Wer für die politische Elite beten möchte, sucht sich gezielt jemanden aus oder bekommt eine Person per Zufallsprinzip zugelost. Zusätzlich deklariert der oder die Betende im Internet, ob einmal am Tag, einmal die Woche oder einmal im Monat gebetet werden soll.

Tausende beteten für Ex-Kanzler: Ein Massengebet nach dem Start der Webseite hat aber zu massiven Angriffen gegen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz geführt.

  • Weshalb sich die Opposition über das öffentliche Gebet von Tausenden Gläubigen zugunsten von Kurz empörten, erfahren Sie bei swissinfo.ch.
  • Dass die römisch-katholische Bischofskonferenz die Initiative der Auslandschweizerin unterstützt, hat die Katholische Presseagentur ÖsterreichsExterner Link bekannt gemacht.
Das ETH in Zürich
sda-ats

Zum ersten Mal in ihrer 164-jährigen Geschichte entlässt die ETH Zürich eine Professorin. Mobbing-Vorwürfe von Doktorandinnen sind der Professorin des ehemaligen Instituts für Astronomie zum Verhängnis geworden. Die Affäre, die in der Schweiz über Jahre diskutiert wurde, hat aber auch dem Image der renommierten Hochschule geschadet.

Führungsschwäche, respektloses Verhalten und Diskriminierung, warfen Doktorandinnen der Astronomie-Professorin vor. Der ETH-Rat, das Aufsichtsorgan der Kaderschmiede, hält die Vorwürfe nun für gerechtfertigt und nicht mit den Erwartungen an die Betreuung von Doktorierenden und der ETH-Kultur vereinbar.

Bereits 2017 geriet die Professorin wegen der Vorwürfe in die Schlagzeilen. Eine Administrativ-Untersuchung vom Herbst 2018 kam zum Schluss, dass sich die Professorin schwerwiegend pflichtwidrig verhalten habe.

Die Professorin bestreitet die Vorwürfe und stellte sich im digitalen Magazin «Republik» als Opfer «einer rachsüchtigen Doktorandin dar, die gegen sie eine Rufmordkampagne lanciert haben soll.

Eine zweite Professorin an dem Institut verteidigt ihre Kollegin und wirft der ETH Führungsmängel, Sexismus und Korruption vor. Die letzten beiden Vorwürfe werden von unabhängiger Seite nicht bestätigt. Führungs- und Kommunikationsmängel musste die ETHZ öffentlich eingestehen.

  • Weshalb die zweite Professorin nun auch um ihre Stelle bangt, hat sie der NZZ am SonntagExterner Link erzählt. (Paywall)
  • Antworten auf die wichtigsten Fragen zur ersten Kündigung an der ETHZ finden Sie in der  NZZExterner Link. (Paywall)
  • Warum sich die entlassene Professorin als Opfer sieht, erzählte sie dem Magazin RepublikExterner Link. (Paywall)
Priesterweihe Foto
Keystone / Bodo Schackow

Sind Bischöfe mit Missbrauchsfällen überfordert? Solche müssten in der Kirche heute zwingend der Justiz gemeldet werden. Aber kirchenintern ist vor allem der Bischof zuständig.  Damit seien die meisten Bischöfe überfordert, kritisiert ein Berner Kirchenrichter.

Drei Gewalten in einer Person: «Der Bischof ist Arbeitgeber, der den Priester einstellt, oberster Richter, der den Täter verurteilt, und spiritueller Vater, der die Opfer schützt», sagt Nicolas Betticher, leitender Richter der katholischen Kirche in der Schweiz. Dieses Modell sei «ungesund und unglaubwürdig».

Ein Gerichtshof wäre glaubwürdiger, sagt der erfahrene Kirchenrichter. Er schlägt vor, dass für jede nationale Bischofskonferenz ein neuer Gerichtshof geschaffen werden soll, der sich mit Missbrauchsfällen befassen soll.

Was ist die Dimension? In der Schweiz haben sich zwischen 2010 und 2017 über 300 Opfer von sexuellen Übergriffen gemeldet. Im Jahr 2017 wurden 10 von insgesamt 65 Vorfällen, der Justiz gemeldet, wie die «Sonntags-Zeitung» schrieb.


Altes Steinhaus und Aussicht
Die Weiden von Scìaga (am Berg im Hintergrund) sind vom Dorf Indemini aus (im Vordergrund) gut sichtbar. Keystone

Ein Immobilien-Schnäppchen mit Verpflichtungen: Neun sogenannte Rustici, in der traditionellen Bauweise erstellte Steinhäuser des Kantons Tessin, sollen zum symbolischen Preis von einem Franken an Private verkauft werden. Diese müssen sich aber verpflichten, die Gebäude zu renovieren.

Wird die Katze im Sack verkauft? Die Idee zum Verkauf für einen symbolischen Betrag hat die Gemeinde Gambarogno entwickelt, um den Kern von Monti Sciaga, eines kleinen Bergdorfes der Gemeinde, wieder zu beleben. Dieses befindet sich in einem der abgelegensten Regionen der Schweiz, nämlich im obersten Teil eines Tals an der Grenze zu Italien.

Von einigen Häusern des Weilers stehen nur noch die Mauern, andere sind mehr als baufällig und renovierungsbedürftig. Während neun Rustici von Privaten erworben und renoviert werden sollen, ist geplant, dass auf Kosten der Gemeinde eine Berghütte entstehen soll, wo sich Wanderer und Mountenbiker verpflegen können.  

  • Wie dem Rettungsprojekt zum Durchbruch verholfen werden soll, haben wir bei swissinfo.ch in Erfahrung gebracht.


Symbolbild für Sie
swissinfo.ch

Fühlen Sie sich durch den Auslandschweizer-Rat gut vertreten? Wir fragten unsere Facebook-Community, was sie vom «Parlament der Fünften Schweiz» hält.

Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, fiel jedoch deutlich ausExterner Link. Nur eine Minderheit unserer Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer fühlt sich durch den Auslandschweizerrat gut vertreten. Rund zwei Drittel sind mit der Arbeit des «Parlaments der Fünften Schweiz» unzufrieden.

Der Facebook-Nutzer Peter Adolf Walter bringt seine Unzufriedenheit etwas zugespitzt auf den Punkt: «Eigentlich gibt es nur zwei relevante Dinge, um die sich dieser Rat kümmern sollte, und das wäre das elektronische Abstimmen für alle und ein bezahlbares Bankkonto in der Schweiz. Aber da werde ich wahrscheinlich schon 20 Jahre Tod sein, bis da etwas läuft (wütendes Emoji).»

Der Rat hat sich sehr wohl – insbesondere in diesen beiden Fragen – für die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer stark gemacht. Letztlich ist er jedoch auch nur ein relativ kleines Rad im grossen Schweizer Polit-Betrieb.


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