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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland,

"Die Angst des Schiedsrichters beim Pfiff des Elfmeters": Kein neues Buch von Peter Handke, sondern bittere Realität auch im Schweizer Fussball. Unparteiische beklagen sich über Morddrohungen und andere üble Begleiterscheinungen ihres Jobs. Trotzdem:

Liebe Grüsse aus Bern

Der Chef auf dem Platz: Massimo Busacca weist im Champions-League-Final 2009 einen spanischen Betreuer vom Feld. Keystone

Schweizer Schiedsrichter galten einst fast mehr als Schweizer Fussballspieler. Das ist Geschichte. Traurige Geschichte. Daran sind nicht nur böse Fans schuld. 

Die Morddrohung: Sie kommt, als Referee Alain Bieri im letzten Februar in der Schweizer Super League einen Penalty pfiff. Der Absender erwies sich als letztendlich harmloser Verbal-Aggressor. Gottseidank. Aber wer sagt, dass das immer so bleibt?

Die Konsequenzen gezogen: Ein Spitzenschiedsrichter, in der Schweiz sowieso schon dünn gesäh, verabschiedet sich jetzt. Der Grund: Mangelnde Rückendeckung durch den Fussball-Verband. Nicht er, der Schiri hatte Recht, mit seiner roten Karte gegen einen Spieler, der ihn angespuckt hatte. Im Zweifel für den Angeklagten, entschieden die Verbands-Funktionäre.

Fatal, sollte dies Schule machen. Damit würden die Unparteiischen definitiv zu lächerlichen Rasen-Hampelmännern degradiert und noch mehr Gewalt, Aggression und Hass ausgesetzt. Und die Resultate würden am grünen Tisch oder vor Gericht ermittelt. Nein, das kann es nicht sein, sagen Betroffene. 

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Grosse Umfrage: Wo leben Sie? Haben Sie die Abstimmungsunterlagen rechtzeitig erhalten?

Wenn ja, in welchem Kanton sind Sie registriert? Gegen 30’000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer konnten diesmal nicht abstimmen:  Zum Artikel Corona verschärft Frust: Tausende Schweizer im Ausland können nicht abstimmen Letztes Jahr haben wir Sie gefragt, ob Sie die Wahlunterlagen erhalten haben:  Zum Artikel Hier können Schweizerinnen und Schweizer im Ausland (nicht) wählen und abstimmen

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sda-ats

Reiseplan geändert: Nun besucht der Schweizer Bundespräsident Ueli Maurer Saudiarabien doch. Noch im Juni hatte es geheissen, es gebe keinen solche Visite. 



Maurer fliegt am Samstag ab Richtung Nahen Osten. Dort wird er auch vom saudischen König Salman empfangen. Dessen Land führt nicht nur Krieg in Yemen, sondern liess vor einem Jahr auch den Journalisten Jamal Khashoggi (Bild oben) in Istanbul auf bestialische Weise ermorden.

Maurer wird dabei von einer Finanzdelegation begleitet. Das deuten Kritiker als klares Indiz, dass es beim Besuch vor allem um den bilateralen Handel geht. Dieser steht in der Schweiz in der Kritik, insbesondere, was die Ausfuhr von Schweizer Kriegsmaterial an den Wüstenstaat betrifft. 

Hoffnung für festgehaltenen Schweizer? Seit mehreren Monaten wird in Saudiarabien ein Schweizer Geschäftsmann festgehalten. Die Saudis haben ihm den Pass entzogen. Diplomatische Bemühungen laufen im Hintergrund intensiv. Bringt Maurer nun diesen Geschäftsmann ausser Landes?

sda-ats

Schöne, gerechte, liebe Schweiz? Das gilt nicht für Menschen, die homosexuell sind und Kinder wollen – sie sind in der Schweiz immer noch benachteiligt. Kommt jetzt die Ehe für alle» – neues Parlament sei dank?


Ins Ausland reisen, um Vater oder Mutter werden zu können: Das ist die Realität für Schwule und Lesben, die in der Schweiz leben und den Wunsch nach einem oder mehreren Kindern haben.

Fertilitätsklinik in einer Stadt Europas: Dort wird ihnen geholfen. Stellen Sie sich einmal vor: Ihr Vater und Ihre Mutter hätten beispielsweise nach London reisen müssen, damit Sie auf die Welt kommen konnten. Klingt irgendwie komisch, oder?!

Mit einer «Ehe für alle», wie sie die meisten Länder Europas schon kennen, teils seit langer Zeit, wären Schwule und Lesben, die ganz normale Eltern sein wollen, gleichberechtigt. «Zeugungs-Reisen» ins Ausland oder aufwändige Adoptionsverfahren wären dann schlicht und – endlich – Geschichte.

  • Beitrag meiner Kollegin Katy Romy über die Diskriminierung von Schwulen und Lesben mit Kinderwunsch.
  • Dossier von swissinfo.ch LGBTIQ in der Schweiz
Läden geschlossen, zu, aus: Wenn Restaurants schliessen, verarmt auch das soziale Leben. Gerade in einem Dorf auf dem Land.
Läden zu, Schluss, Aus: Wenn Kneipen, Restaurants und Gasthöfe schliessen, verarmt auch das soziale Leben. Und es verschwindet öffentlicher Raum für politische Debatten. Gerade abseits der grossen Ballungsräume. (Bild: Restaurant Furkablick im Kanton Wallis). Imago/geisser

Auch Lokalzeitungen sterben. Peanuts? Mitnichten, sondern eine Gefahr für die Demokratie. Denn wenn niemand mehr politische Öffentlichkeit schafft, haben Dorfkönige freie Hand.



Auch Lokalblätter sind nicht vor dem Spar-Tod gefeit. Eine Strategie dagegen sind Gemeinde-Zeitungen. Sie berichten darüber, wer hohen Geburtstag hatte und wer gestorben ist. Aber auch, was politisch in der Gemeinde zu reden gibt und was kulturell alles läuft in der Nachbarschaft.

Die Botschaft aus dem echten, alltäglichen Leben haben einen Wert, der den Gehalt der Zeilen an Spannung oft übersteigt: Gemeindeblätter sind unverzichtbar für die Demokratie. Indem sie lokale Öffentlichkeit schaffen. Und den Finger auf Punkte legen, die auch weh tun können und sollen.

Schaut ihnen niemand mehr auf die Finger, können Dorfkönige schalten und walten, sprich kungeln, wie und mit wem sie wollen. Zweite machen eh die Bürgerinnen und Bürger. Aus Uster im Kanton Zürich kommt frohe Kunde. Dort haben Letztere das Heft in die Hand genommen und Schlimmeres verhindert.

Keystone

Knapp 180 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer aus fünfzig Ländern antworteten auf die Frage, ob Sie die Wahlunterlagen rechtzeitig erhalten haben. Eine Übersicht, wo sie Abstimmen und Wählen können – und wo nicht.

Trotz den vielen Rückmeldungen auf swissinfo.ch, Social Media und in der App ist die nachfolgende Liste nicht repräsentativ. Aus einzelnen Ländern meldete sich nur jemand. Trotzdem gibt es einen guten Überblick – insbesondere zu Regionen, wo viele Schweizerinnen und Schweizer leben (in Klammern die Anzahl Antworten).

In diesen Ländern gibt es scheinbar selten bis keine Probleme:
Bosnien Herzegowina (1)
Deutschland (17)
England (3)
Frankreich (5)
Griechenland (1)
Irland (1)
Kanada (6)
Monaco (1)
Niederlande (2)
Österreich (3)
Portugal (2)
Schweden (1)
Serbien (2)
Singapur (1)
Ungarn (1)
USA (8)

In diesen Ländern scheint es unsicher zu sein:
Argentinien (3)
Australien (5)
Indien (2)
Israel (1)
Italien (23)
Kambodscha (1)
Kamerun (1)
Liechtenstein (2)
Luxemburg (1)
Norwegen (1)
Spanien (8)
Tahiti (1)
Tunesien (3)

In diesen Ländern scheint es selten oder gar nicht zu funktionieren:
Ägypten (2)
Bolivien (2)
Brasilien (7)
Chile (2)
Costa Rica (1)
Dominikanische Republik (5)
Ecuador (6)
Indonesien (1)
Kenia (1)
Kolumbien (1)
Kroatien (1)
Malaysia (2)
Mexiko (10)
Neukaledonien (1)
Panama (1)
Peru (2)
Philippinen (4)
Senegal (1)
Seychellen (1)
Thailand (18)
Zypern (1)

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