Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ich wohne in einem ehemaligen Bahnwärterhäuschen in der Agglo. Das Haus ist so klein und alt, dass ich mir die Miete leisten kann. In den städtischen Zentren hingegen kämpfen Schweizer und Schweizerinnen um bezahlbaren Wohnraum. Sind Genossenschaften eine Lösung?
Liebe Grüsse aus Bern
Nach dem ersten Weltkrieg waren in der Schweiz viele Menschen obdachlos. Genossenschaften linderten die Wohnungsnot. Manche feiern dieses Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum. Ein Blick zurück.
Die Industrialisierung führte dazu, dass ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Menschen vom Land in die Städte strömten. Das verknappte den Wohnraum. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Situation besonders schlimm. Damals gegründete Genossenschaften haben bis heute Bestand.
Auch heute ist Wohnraum in Schweizer Städten sehr knapp, unter anderem wegen Zuwanderung und gestiegenen Ansprüchen an die Wohnungsgrösse. Die Mietpreise werden zusätzlich in die Höhe getrieben, weil Immobilien als sichere und lukrative Anlage gelten.
Sind Genossenschaften eine Lösung für die Wohnungsnot? Nur teilweise: Gestern wie heute sind manche Genossenschaftswohnungen so teuer, dass sich nur der Mittelstand diese leisten kann.
- Den ganzen Artikel mit Bildern finden Sie auf swissinfo.ch.
- Ein Artikel über Zürich und die Wohnbau-Genossenschaften aus unserem Archiv.
- Vor einem Jahr haben meine Kollegin Ester Unterfinger und ich uns in der Genossenschaft «Mehr als Wohnen» in Zürich umgesehen.
Heute vor 10 Jahren wurde die Schweiz U17-Weltmeister! SRF blickt zurück auf die erfolgreiche Kampagne in Nigeria.
Am 15. November 2009 war es soweit – erstmals gewann eine Auswahl des Schweizer Fussballverbandes einen WM-Titel.
Vor der U17-WM 2009 stuften Experten die Schweiz als 23. von 24 teilnehmenden Nationen ein. Doch dann schrieben die Schweizer Jungspunde Fussballgeschichte.
SRF erzählt die Geschichte dieses Triumphes nach und klärt auch die Frage, wo die Weltmeister von 2009 heute stehen.
- Der Rückblick von SRFExterner Link.
- Unser Bericht von 2009.
- Auch die Aargauer ZeitungExterner Link wirft einen Blick zurück.
Der Bundesrat und die Verwaltung sind mitverantwortlich für die Postauto-Affäre. Zu diesem happigen Schluss kommt die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats.
Im Februar 2018 erschütterte ein Skandal die Schweiz: Es wurde publik, dass die Postauto Schweiz AG Gewinne versteckt hatte, um von Bund und Kantonen mehr Subventionen zu bekommen.
Nun hat die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats einen Bericht publiziert. Darin kommt sie zum Schluss: Das Verkehrsdepartement und die Finanzverwaltung hätten spätestens seit 2011 Kenntnis von Zielkonflikten bei Postauto gehabt, aber nichts unternommen.
Die damals zuständige Departementsvorsteherin, Ex-Bundesrätin Doris Leuthard, sagte gegenüber nau.ch: «Ich fühle mich ungerecht behandelt!»
- Der Artikel von nau.chExterner Link.
- Der Bericht von SRFExterner Link. Auch die HandelszeitungExterner Link und die NZZExterner Link (Paywall) vermeldeten den Kommissionsbericht.
- Wie der Schwindel bei Postauto ablief, erfahren Sie in einem Archivbeitrag von SRFExterner Link.
Die private Sicherheitsbranche boomt, weil der Staat immer mehr Sicherheitsaufgaben an Security-Firmen auslagert. Ein Sicherheitsdienst ist schnell gegründet. Jetzt sollen gesetzliche Regeln dem Wildwuchs ein Ende setzen.
In der Schweiz gibt es mehr Security-Mitarbeiter als Polizisten. Ein Problem ist das deshalb, weil private Sicherheitsdienste nicht den gleichen Regeln unterstehen wie die Polizei.
Oder besser gesagt: Sie unterstehen überhaupt keinen Regeln. Seit Jahren versuchen die Kantone vergeblich, minimale Standards für private Security-Firmen festzulegen. Die Sicherheitsbranche selbst verlangt sogar nach Regelungen, um schwarze Schafe in den eigenen Reihen zu vertreiben.
Jetzt kommt Bewegung in die Sache: Die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats befürwortet ein Bundesgesetz für private Sicherheitsunternehmen. Wie aber die Regelung konkret aussehen wird, ist noch offen.
- Der Artikel der NZZExterner Link (Paywall).
- Vor zwei Jahren begleitete ich Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes bei ihrer Arbeit und stellte der Präsidentin Verband Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB drei Fragen über private Sicherheitsfirmen.
In den letzten Wochen wurde vermehrt über Rechte der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer diskutiert. Es haben sich in der Schweiz die Stimmen gehäuft, die sagen, Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer hätten zu viele, Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz hingegen zu wenige Rechte.
Mitte Oktober wurde in der Sonntagsausgabe der Neuen Zürcher Zeitung ein Meinungsartikel von Paul Widmer mit dem Titel «Mehr Rechte für Ausländer in der Schweiz, weniger für Schweizer im Ausland» publiziert. Widmer ist ehemaliger Schweizer Botschafter in Washington und Berlin.
swissinfo.ch hat diesen Artikel letzte Woche als Standpunkt veröffentlicht. Franz Muheim, Vorstand der Auslandschweizer-Organisation (ASO), hat darauf reagiert. Sein Standpunkt «Das wäre eine Diskriminierung von Schweizerinnen und Schweizern» wurde ebenfalls letzte Woche auf swissinfo.ch publiziert.
Der Artikel von Paul Widmer hat den australischen Delegierten im Auslandschweizerrat, Beat Knoblauch, «beschämt», wie er swissinfo.ch per Mail mitgeteilt hat. Unverkannt scheine die Wertvermehrung des «Schweizer Gedankengutes» durch die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, findet er.
«Dies trotz allen Erfolgen, die die Auslandschweizer der Schweiz erbringen», so Knoblauch weiter. Das Stimm- und Wahlrecht in der Schweiz sei für die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer nicht nur eine Belohnung für ihre Anstrengungen und Hilfeleistung der Schweiz gegenüber, sondern sie sei Ansporn, verpflichte und verbinde sie enger mit der Heimat.
Er selbst habe 2018 im Auslandschweizerrat eine Motion eingereicht, die die Wertvermehrung der Schweizer im Ausland durch eine unabhängige Studie schätzen lassen soll. «Auslandschweizer unterhalten Konten, Portfolios, Versicherungen, Immobilien in der Schweiz, zahlen für Ausbildung, Ferien in der Schweiz und sind direkt im Verkauf von Schweizer Produkten sowie Dienstleistungen im Ausland involviert. Sie sind Träger einer bestimmten Kultur», schreibt Knoblauch. Die Berufsethik, die Schweizer im Ausland an den Tag legen, sei beispielhaft, schwer messbar, aber sie trage viel zum guten Ruf der Schweiz im Ausland bei.
Der Vorschlag, die Wahl- und Stimmrechte der Auslandschweizer neu zu begrenzen, sei ein Affront sondergleichen. Schon nur aus dem Grund, diese Rechte auf Kosten der Auslandschweizer auf die Ausländer im Inland zu übertragen. «Mein heutiger Beitrag will die berechtigten Rechte der Ausländer in der Schweiz nicht berühren», führt der Delegierte des Auslandschweizerrates in seinem Mail aus. «Aber, ‚Auszubalancieren‘ gibt es hier wohl nichts, man vergleicht vergebens Äpfel mit Birnen.»
Gemäss Knoblauch müssten auch die Begriffe Auswanderung und Auslandschweizer neu definiert werden. «Heute sind die Auswanderer eher auf unbestimmte Zeit im Ausland, behalten sich alle Optionen offen, kehren auch des Öftern nach kurzer Auslandzeit in die Heimat zurück oder wechseln Wohnland und Jobs nach Belieben.»
Für Knoblauch gibt es nur eine Art von Schweizer. Die einen würden in der Schweiz wohnen, die andern im Ausland. Aber: Nach der Abmeldung sei der «Auslandschweizer ein Nobody». Er ist überzeugt, dass wenn ein rechtlicher Status gefunden werden könnte, der bei der Abmeldung nur die steuerlichen und militärischen Folgen ausscheiden würde, es keinen Unterschied mehr zwischen Auslandschweizer -und Inlandschweizer gebe.
«Ein gültiger Pass gibt dem Träger bestimmte Rechte, auch wenn das heisst, dass der Träger verschiedener Pässe in verschiedenen Ländern stimmen/wählen kann», so Beat Knoblauch. Aus seiner Sicht sollten Ausländer in der Schweiz erst stimmberechtigt sein, wenn das Staaatsbürgerrecht erworben ist und sie wenigstens eine Amtssprache beherrschen.
«Es ist heute politisch korrekt auf die Rechte zu pochen, man vergisst aber aus Bequemlichkeit auf die dazugehörenden Pflichten einer Staatsangehörigkeit hinzuweisen.»
Wir haben das Mail vom 11. November 2019 von Beat Knoblauch, Delegierter Australien im Auslandschweizerrat Sydney, in verkürzter Form wiedergegeben. Es ist eine Reaktion auf die beiden Standpunkte von Paul Widmer und Franz Muheim.
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Wir haben einige Schweizerinnen und Schweizer gesucht, die global etwas bewegen wollen, und zehn gefunden die ihre und unsere Welt etwas besser machen.
Ökologie, Einwanderung, neue Technologien: Die grossen Herausforderungen unserer Zeit werden nicht immer von der Politik beantwortet. Sondern von Bürgern und Bürgerinnen, die konkret versuchen, Lösungen im Hier und Jetzt zu finden.
Wir haben zehn solche Schweizer Persönlichkeiten portraitiert und möchten Sie Ihnen hier vorstellen:
- Was wäre, wenn Sie mit Ihrem Smartphone Menschen in Ihre Welt beamen könnten? Für HoloMe, einem Schweizer Start-up in London, ist das die Zukunft der Kommunikation.
- Dass aus gebrauchtem Kunststoff neue Flaschen hergestellt werden, ist nicht neu. Aber Prothesen? Wie zwei Schweizer Designer das Leben anderer Menschen verbessern.
- Veronica Almedom kam als Baby mit ihrer Familie aus Eritrea in die Schweiz. Heute setzt sie sich für die Menschenrechte der geflüchteten Eritreerinnen und Eritreer ein.
- Weitere Portraits finden Sie hier.
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