Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Heute riecht es in Bern nach Glühwein, Zwiebeln und Knoblauch. Es ist Zibelemärit! Das Briefing verbreitet aber auch eine Duftnote aus der Politik, dem Zirkus und dem Pazifik.
Liebe Grüsse aus der Bundeshauptstadt
Die Wahlen 2019 sind seit vergangenem Wochenende Geschichte. Rekordgeschichte. Denn nun ist auch der Ständerat komplett – und kaum wiederzuerkennen.
Auf eine Rekordwahl im Nationalrat (grosse Parlamentskammer) folgte nämlich eine Rekordwahl im Ständerat: Denn eine derartige Erneuerungsquote hat die kleine Parlamentskammer seit 1919 nie erlebt, wie der Bund schreibt. Sie ist zudem jünger und weiblicher.
Schon bei der Nationalratswahl erreichten die Frauen eine neue Rekordquote. Dieser Trend hat sich nun fortgesetzt, denn neu sitzen 12 Frauen im Stöckli – eine mehr als im bisherigen Rekordjahr 2003. Und fast doppelt so viele wie in der letzten Legislatur.
Ausbauen konnte ihre Vertretung nebst den Grünen nur die SVP. Stärkste Vertretung bleibt die CVP, gefolgt, ebenfalls wie bisher, von der FDP. Parteipolitisch ist die SP die grosse Verliererin. Zusammen mit den Grünen ist die vereinigte Linke nun aber so stark im Ständerat vertreten wie noch nie.
- Das neue Parlament könnte Bewegung in einige Dossiers bringen, schreibt meine Kollegin Marie Vuilleumier.
- Eine Übersicht über die Eidgenössischen WahlenExterner Link liefert unter anderem der Bund (Paywall).
- Diese drei Kandidierenden schafften es am WochenendeExterner Link ins Stöckli: NZZ (Paywall).
- Der Ständerat bleibt der ruhende Pol in BundesbernExterner Link, findet SRF-Korrespondent Erwin Schmid.
Nach einigen Startschwierigkeiten wegen Personalfragen wird die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihr Amt am 1. Dezember voraussichtlich antreten. Wächst mit ihr die Chance, dass Bern und Brüssel endlich das Rahmenabkommen besiegeln?
Beobachter sind skeptisch: Auch die neue Kommissionspräsidentin werde ohne Zustimmung der Mitgliedstaaten kaum einen anderen Kurs fahren können als ihr Vorgänger Jean-Claude Juncker.
Ist das blockierte Rahmenabkommen, das die Schweiz und die EU der Öffentlichkeit vor einem Jahr vorgestellt haben, also überhaupt noch zu retten? Ja, schreibt Topdiplomat Michael Ambühl in einem Gastkommentar in der NZZ und macht auch gleich einen Vorschlag wie dies anzugehen sei.
Die Schweiz solle mit der EU einen Interimsvertrag abschliessen, so der frühere Staatssekretär im Aussendepartement: Mit einer solchen Zwischenvereinbarung könnten negative Entwicklungen abgefedert und die Verhandlungen über das Abkommen später wieder aufgenommen werden.
- Neue Chefin – neue Chance? Hier geht es zum Artikel unserer Korrespondentin in Berlin.
- Den Gastkommentar von Michael Ambühl und Daniela SchererExterner Link finden Sie in der NZZ (Paywall).
- SRF News hat den Vorschlag Ambühls aufgenommen und zusammengefasstExterner Link.
- Und hier geht es zu einem Porträt des abtretenden EU-KommissionspräsidentenExterner Link der NZZ (Paywall).
Vanessa Jaiteh kommt aus Bern. Sie ist Haiforscherin und lebt seit 2015 auf der Pazifikinsel Palau. Der grosse Traum? Nicht nur, schreibt watson-Journalist Reto Fehr, der mit der Auslandschweizerin gesprochen hat.
Nach Palau verschlug es Vanessa der Liebe wegen, wie sie erzählt: Ihr Freund, ebenfalls Meeresbiologe, erhielt dort ein befristetes Jobangebot. Sich für längere Zeit auf der Pazifikinsel mit ihren 20’000 Einwohnern niederlassen wollten die beiden eigentlich nicht. Doch es kam anders.
Vier Jahre später haben Vanessa und ihr Freund zwei Kinder und die Bernerin arbeitet für den Umweltminister von Palau. Sie findet, dass vielen Schweizern etwas palauische Mentalität guttäte: Die Menschen auf der Insel seien warmherziger und die Familie komme bei fast allem zuerst.
Für Vanessa ist aber auch klar: Auf Palau wird sie nicht ewig bleiben. Denn neben frischem Gemüse, frischen Früchten und Zopf vermisst sie gerade mit zwei kleinen Kindern auch immer wieder mal eine typische Schweizer Eigenheit: Dass «etwas einfach funktioniert».
- Hier geht es zum ausführlichen Interview mit VanessaExterner Link, das auf watson.ch erschienen ist.
- Wir haben kürzlich ein Schweizer Paar porträtiert, das nach Costa Rica ausgewandert ist.
- Unser Dossier zur 5. Schweiz beleuchtet die Vielfalt der Schweizer Präsenz in der Welt.
Farbige Konfetti schmücken heute den sonst grauen Asphalt der Berner Altstadt sowie Haare und Winterjacken der zahlreichen Besucherinnen und Besucher des Zibelemärits. In der Luft liegt ein Geruch aus Glühwein, Chnoblibrot und Zwiebelkuchen.
Seit 2011 fungiert der jährliche Anlass auf der Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz – zusammen mit Anlässen wie der Basler Fasnacht, dem Engadiner Chalandamarz und dem Zürcher Sechseläute. Er geht zurück auf das 19. Jahrhundert, als Bauersfrauen aus dem Seeland mit Zwiebeln auf der Martinimesse in Bern auftauchten.
Heute werden an 145 der insgesamt 590 Ständen Zwiebeln verkauft. Aus Sicherheitsgründen gibt es dieses Jahr auch auf dem Bundesplatz weniger Stände. Denn mehr Platz bedeutet mehr Sicherheit. In den Jahren zuvor hatte die Polizei bereits die Zahl der Stände in der Altstadt verringert.
Erste Schaulustige waren bereits frühmorgens um 4 Uhr unterwegs und im Lauf des Morgens trafen mehr als 100 Reisecars und mehrere Extrazüge in der Bundeshauptstadt ein. Erwartet wurden zehntausende Besucherinnen und Besucher.
- Liegt ein Becher Glühwein vor der ArbeitExterner Link drin? Dieser Frage ging der Bund (Paywall) nach.
- In diesem Blick-Video erhalten Sie einen kleinen Einblick in die frühmorgendliche Stimmung in BernExterner Link.
- Eine BildergalerieExterner Link hat die Berner Zeitung (Paywall) zusammengestellt.
Zum Schluss nehme ich Sie mit in den Zirkus: Die Schweizer Zirkusdynastie Knie feiert dieses Jahr nämlich ihr 100-jähriges Bestehen. SRF würdigt den Nationalcircus dieser Tage in einem Doku-Drama.
Heute ist die siebte Generation der Zirkusdynastie Knie am Ruder. Noch immer in den Händen der Familie, beschäftigt der Circus Knie während der Tournee über 230 Mitarbeitende und führt 80 Tiere mit.
Bekannt sind vor allem die Männer der Zirkusdynastie: Fredy, Rolf oder Franco Knie sind Ihnen vielleicht auch ein Begriff. Es waren aber die Frauen, welche die Erfolgsgeschichte prägten.
Für Schlagzeilen hatte im Sommer 2018 der Suizid des Clowns Spidi gesorgt. Während 24 Jahren gehörte er zur Zirkusfamilie und war mit seinen unverkennbaren weissen Lippen das Knie-Maskottchen.
- Hier geht es zum SRF-Artikel über die Rolle der Frauen in der Dynastie KnieExterner Link.
- Unsere Bildredaktoren blicken mit Fotografien auf die 100-jährige Geschichte des Circus Knie zurück.
- SRF widmet dem Thema in Form von Artikeln, Filmen und AudiosExterner Link eine ganze Seite.
- Hier geht es zu einem Text von Circus-Chef Fredy Knie jun., den die Schweizer Illustrierte im Sommer 2018 zum Suizid vom berühmten Knie-Clown SpidiExterner Link veröffentlichte.
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