Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
So wie ich Spaghetti Bolognese zubereite, entspricht meine Umweltbelastung einer Fahrt mit dem Auto von 8,2 Kilometern. Wie gross der ökologische Fussabdruck des Einzelnen ist, lässt sich immer genauer feststellen. Möchten Sie wissen, wie die Ökobilanz Ihres Menus aussieht? Weiter unten in diesem Newsletter finden Sie die Antwort.
Herzliche Grüsse aus Bern
Sind Sie in Ihrem Gastland eingebürgert? Hierzulande zahlen sich Einbürgerungen aus. Laut einer neuen Studie verbessern sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit einem Schweizer Pass beträchtlich. In der Regel steigt sogar der Lohn spürbar.
Die Ergebnisse der ETH-Studie seien eindeutig, sagt Co-Autor Dominik Hangartner gegenüber Medien: «Nach der Einbürgerung verbessert sich in vielen Fällen die berufliche Integration.» Überrascht habe vor allem das Ausmass des Effekts.
Im Vergleich zu Nicht-Eingebürgerten erhöht sich das Einkommen der Eingebürgerten in den fünfzehn Jahren nach Erhalt des Schweizer Passes um durchschnittlich 5000 Franken pro Jahr. Das entspricht einer Differenz von 13,5 %.
Vor dem Einbürgerungsentscheid gab es laut der Studie keine Unterschiede zwischen der Gruppe der Eingebürgerten und der Gruppe von Personen, deren Einbürgerungsgesuche abgelehnt worden waren. Nach dem Entscheid legten die Löhne der Eingebürgerten jedoch deutlich zu.
- Die ETH-Studie über «die Auswirkungen der Staatsbürgerschaft auf das langfristige Einkommen marginalisierter Einwanderer» finden Sie hieExterner Linkr. (Engl.)
- Bei welchen Einwanderern sich der Schweizer Pass am stärksten auszahlt, können Sie bei watson.chExterner Link lesen.
- Seit 2018 können sich Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation in der Schweiz erleichtert einbürgern lassen. Dass bisher nur wenige vom neuen Gesetz Gebrauch machten, zeigt der Bericht auf swissinfo.ch.
- Der national bekannte Komiker Viktor Giacobbo heiratete einst eine Ausländerin, um dieser den legalen Aufenthalt in der Schweiz zu erleichtern, berichten Medien der Tamedia GruppeExterner Link.
Dass Bundespräsident Ueli Maurer keine Berührungsängste gegenüber autokratischen Herrschern hat, zeigte sich bei seinen Reisen während des Präsidialjahres zu den Mächtigsten der Welt. Nun wird auch die Bundespräsidentin vom nächsten Jahr nach Saudi-Arabien reisen.
Laut Recherchen des Tages-Anzeigers reist Simonetta Sommaruga aber widerwillig in den absolutistischen und frauenfeindlichen Golfstaat. Dank einer Einladung Saudi-Arabiens kann die Schweiz am Gipfeltreffen der zwanzig mächtigsten Staaten der Welt in Riad teilnehmen.
Der Anlass widerspricht vielen Werten, für welche die Bundesrätin der Sozialdemokratischen Partei einsteht. Als der Bundesrat im November über die Einladung beriet und sich zeigte, dass sie als künftige Bundespräsidentin die Schweizer Regierung vertreten würde, habe sich ihre Skepsis offenbart, schreibt die Zeitung unter Berufung auf «bundesratsnahe» Personen.
Ganz anders war das für den amtierenden Bundespräsidenten Maurer. Er hatte gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF gesagt, dass die Einladung eine Ehre sei und man dort für die Schweiz etwas herausholen könne.
- «Wirklich begeistert, gerade zu diesem Zeitpunkt in dieses Land zu reisen, ist wohl niemand», zitiert der Tages-AnzeigerExterner Link die künftige Bundespräsidentin. (Paywall)
- Was Ueli Maurer über die Bedeutung einer Teilnahme am Gipfel in Riad genau sagte, sehen und hören Sie auf SRFExterner Link.
- Über die brisanten Auslandreisen des amtierenden Bundespräsidenten berichtete meine Kollegin Kathrin Ammann.
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Eine Frau sorgt für Ordnung in der Armee. Erst seit knapp einem Jahr ist Viola AmherdExterner Link Chefin des Verteidigungsdepartements. Die erste Frau an der Spitze der Schweizer Armee duldet keine Mauscheleien. Gegen Wildwuchs beim Sponsoring durch Rüstungsfirmen in ihrem Departement setzt sie auf Transparenz.
Die Unabhängigkeit der Behörden ist eine Voraussetzung für deren Glaubwürdigkeit. Das gilt ganz besonders für die Armee, die Rüstungsaufträge in Milliardenhöhe vergibt. Laut einem internen Bericht wird das Sponsoring im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) nicht systematisch erfasst und geprüft.
Die Untersuchung in Auftrag gegeben hat die VBS-Chefin selbst. Diese hat ergeben, dass es für manche Leistungen von privaten Firmen, vorwiegend aus der Rüstungsindustrie, keine Verträge gibt. Und es wurden sogar Zahlungen getätigt, die nicht in den Büchern erscheinen. Namen der Sponsoren werden nicht genannt.
Der Bericht kritisiert insbesondere die Praxis, wie Rapporte von privaten Firmen gesponsert werden. Bei solchen Treffen nehmen oft mehrere hundert Personen aus Politik, Wirtschaft und Armee teil. Die Anlässe sind teuer und werden offenbar meistens von der Rüstungsindustrie mitfinanziert. Das lasse den Eindruck «einer ungebührlichen Beeinflussung» entstehen, kritisieren die Autoren.
- Brisant ist, dass manche Sponsoringaufträge nicht vertraglich geregelt wurden, schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ)Externer Link. (Paywall)
- Wie die VBS-Vorsteherin für mehr Transparenz in ihrem Departement sorgen will, erfahren Sie im BlickExterner Link. (Paywall)
- Der amerikanische Rüstungskonzern Raytheon, der sich um den Auftrag für die neuen Boden-Luft-Raketen der Schweizer Armee bewarb, hat 2018 einen Grossanlass in der Schweizer Botschaft in Washington finanziell unterstützt. Bilder vom Anlass sehen Sie auf SRFExterner Link.
Klimaneutral ist der Mensch erst nach seinem Ableben. Heute hält uns die NZZ unter die Nase, wie stark wir die Umwelt beim Kochen von Spaghetti Bolognese belasten. Ich belaste sie mittelstark. Und Sie?
Wie bereiten Sie Ihre Spaghetti Bolognese zu? Wählen Sie Rind- oder Schweinefleisch oder Tofu? Wie viel Wein trinken Sie dazu? Kommt der Traubensaft sogar aus dem Ausland? Sind die Teigwaren mit Eiern hergestellt? Können Sie auf Parmesan verzichten?
Im Vergleich zum umweltfreundlichsten Rezept schadet das umweltbelastendste Rezept dem Klima so viel mehr wie eine 11,6 Kilometer lange Autofahrt, rechnet die NZZ vor.
Im Vergleich zu einer Flugreise sei das zwar eine kurze Fahrt. «Aber die meisten nehmen zwei oder drei Mahlzeiten pro Tag zu sich», mahnt die NZZ und folgert messerscharf: «Das summiert sich.»
- HieExterner Linkr können Sie den Klimatest Ihres persönlichen Rezepts machen.
- Wie ökologisch Sie unterwegs sind, erfahren Sie mit dem Footprint-RechnerExterner Link des WWF.
- Wie sich der ökologische Fussabdruck verkleinern lässt, hören Sie bei SRFExterner Link.
🎄 ADVENTSKALENDER 🎄
Hier stellen wir Ihnen im Advent jeden Tag eine kulinarische Spezialität aus einem anderen Kanton vor. Ein Stück Heimat – egal, wo Sie gerade sind.
6. Dezember: 🥧 Die St. Martins-Torte 🥧
Der Toétché ist ein Rahmkuchen, der sich durch seinen säuerlichen und salzigen Geschmack auszeichnet.
Ähnlich wie der Vully-Kuchen in Fribourg, wird der Toétché jurassien im Dialekt seiner Heimat schlicht als «der Kuchen» bezeichnet.
Das Rezept finden Sie auf swissinfo.ch.
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