Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Ski-WM in Cortina und Bundesverwaltung in Bern: Einmal ist Italienisch die Sprache der Schweizer Siegerin, einmal jene der Verlierer – der Angestellten aus der lateinischen Schweiz.
Herzliche Grüsse aus Bern und bleiben Sie gesund!
Vorbild mehrsprachige Schweiz? In der Bundesverwaltung werden Angestellte aus der lateinischen Schweiz benachteiligt.
Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommen Forschende des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA).
Deutschsprachige sind in Führungspositionen und in zwei Dritteln der Verwaltungseinheiten überrepräsentiert, so ein Resultat der Studie.
Eine Folge von diesem Übergewicht: 80% der Erlasse der Verwaltung werden ursprünglich auf Deutsch verfasst, auf Französisch dagegen sind es nur 19%.
Tja, in der mehrsprachigen Schweiz resp. ihrer Verwaltung nützen offenbar alle Gesetze zur Gleichstellung und alle Bekenntnisse zum gerechten Sprachenproporz wenig.
- Wer Italienisch spricht, hat in der Verwaltung das Nachsehen – der Abschiedsartikel meiner geschätzten Kollegin Sonia Fenazzi, die kürzlich in den verdienten Ruhestand trat. Schöne Grüsse nach Bellinzona an dieser Stelle!
- Die Schweiz pflegt ihre vielen Sprachen ausreichend – Archivbericht von Kollegin Katy Romy von 2017.
- Die Schweiz und ihre MehrsprachigkeitExterner Link – Artikel im Historischen Lexikon der Schweiz.
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Die Schweiz und der Migrationspakt der UNO – es bleibt kompliziert.
2018 refusierte die Schweizer Regierung die Unterschrift unter das Vertragswerk. Und löste damit Kopfschütteln aus, war es doch ihr Diplomat Jürg Lauber, der wesentlich an der Ausformulierung mitgewirkt hatte.
Nun sagt der Bundesrat, dass der Pakt «den Prioritäten der schweizerischen Migrationspolitik entspricht». Alles in Butter also, könnte man meinen.
Doch gefehlt, denn die Regierung hat das Abkommen, das notabene keinerlei völkerrechtlichen Verpflichtungen mit sich bringt, zur Konsultation ins Schweizer Parlament geschickt.
Es ist dies eine Absicherung, die höchst riskant ist, wie unser Genfer Korrespondent und UNO-Spezialist Fred Burnand schreibt. Befürchte doch das Parlament, dass aus dem «Soft Law» eines Tages verbindliches internationales Recht werden könnte.
- Hier sein Bericht aus dem internationalen Genf.
- 181 Länder stimmen für Uno-Flüchtlingspakt – Bericht von 2018.
- Die Relevanz des UNO-Migrationspakts für die Schweizer AussenpolitikExterner Link – Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte.
Was für ein Auftakt: Im Eröffnungsrennen der Ski-Weltmeisterschaften in Italien gibt es Gold und Silber für die Schweiz.
Lara Gut-Behrami zuoberst auf dem Treppchen und somit erstmals Weltmeisterin, Corinne Suter auf Platz zwei: Dies das Siegerinnenbild beim Super-G in Cortina. Bronze ging an Mikaela Shiffrin aus den USA.
Damit hat sich die massive Verspätung der WM-Eröffnung, die am Montag infolge Wetterkapriolen verschoben werden musste, für die Favoritin Gut-Behrami nicht negativ ausgewirkt.
Im Ziel wies die 29-jährige Südschweizerin darauf hin, dass ihr Mann, der ehemalige Fussballer Valon Behrami, grossen Anteil an ihrer heutigen Stärke habe. Nach ihrem Kreuzbandriss 2017 konnte die Skiläuferin erst in diesem Winter an ihre früheren Erfolge anknüpfen.
- RennberichtExterner Link vom Blick.
- Das Interview mit der neuen WeltmeisterinExterner Link (ebenfalls von Blick).
- Das ganze Volk fährt Ski! Das ganze Volk…? – Bericht von Simon Engel vom Nationalmuseum
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Die Schweiz wird ihre liebe Mühe mit den Schutzmasken nicht los.
Klar, dass es vor knapp einem Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie schnell gehen musste. Umso mehr, als die Schweiz keine Vorräte an Hygienemasken besass.
Die Masken, welche die Armeeapotheke auf Geheiss der Regierung einkaufte, riefen Zweifel hervor. Bezüglich Preis und Qualität. Überteuert und minderwertig, da schimmlig, berichteten Medien.
Dem traten Armeeverantwortliche entgegen: Nur bei vier Prozent, das sind 12 Millionen Masken, sei unklar, ob die Zertifikate korrekt seien. Und Labortests hätten keine «mikrobiologische Belastung» über dem Grenzwert ergeben.
- Überforderte Armeeapotheke: Das waren die Probleme bei der Maskenbeschaffung – Bericht der NZZ (Paywall).
- Schweiz zahlte Millionen für nutzlose MaskenExterner Link – Tamedia-Artikel vom 22. Januar.
- Schutzmasken für alle: Schweizer demokratisieren die Produktion – mein Bericht über eine Schweizer Initiative für eine gerechte Maskenherstellung (Juli 2020).
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