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Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Die Schweiz hilft Brasilien bei der Aufklärung der "Autowasch"-Korruptionsaffäre. Dabei kommunizierten die Staatsanwälte per Telegram-App – und wurden gehackt. Schön blöd, dass dabei was rauskam.

Herzliche Grüsse

Auto-Waschanlage
© Keystone / Gaetan Bally

Heute exklusiv bei SWI swissinfo.ch: Gehackte Chats enthüllen eine fragwürdige Zusammenarbeit zwischen Schweizer und brasilianischen Staatsanwälten.

Im milliardenschweren brasilianischen Korruptionsskandal Operation Lava Jato (auch «Autowasch-Affäre» genannt) leistet die Schweiz Rechtshilfe, weil Schmiergelder auf Schweizer Konten gelandet sind.

Nun hat der Oberste Gerichtshof in Brasilien Dokumente veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die Staatsanwälte aus der Schweiz und Brasilien Informationen über Bankkonten und Namen von Verdächtigen über die öffentliche Instant-Messaging-App Telegram ausgetauscht haben. Das ist problematisch.

Als die Handys von brasilianischen Staatsanwälten gehackt wurden, kamen so Absprachen zwischen dem damaligen Richter Sergio Moro, der für die Verhandlung der Fälle zuständig war, und den ermittelnden Staatsanwälten ans Licht.

Schweizer Armee
Keystone / Christian Beutler

Gestern hat der Bundesrat die Armeebotschaft 2021 verabschiedet. Mit rund 2,3 Milliarden Franken will sich die Regierung gegen «moderne Konfliktszenarien» wappnen.

Die Schweizer Armee soll grüner werden: Sie soll die Energieeffizienz erhöhen und zukünftig noch mehr erneuerbare Energie produzieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie ist die Abwehr von Cyber-Angriffen.

Moderne Konfliktszenarien sind eine Mischung aus Militäreinsätzen, Bürgerkriegen, wirtschaftlichem Druck, Cyber-Angriffen und Propaganda in sozialen Netzwerken.

Yves Rossier
Copyright 2019 The Associated Press. All Rights Reserved

Was bei der Aussenpolitik läuft: Livia Leu verhandelte gestern in Brüssel über das Rahmenabkommen, ein Top-Diplomat hat gekündigt und die Beziehungen Schweiz–USA stehen an einem Wendepunkt.

Laut NZZ müsste Leu nicht weniger als ein kleines verhandlungstechnisches Wunder gelingen, damit das vom Bundesrat bisher halbherzig verteidigte Rahmenabkommen noch eine Zukunft habe.

Es brodelte im Schweizer Aussendepartement EDA wegen der Botschafter-Rochade schon länger. Nun der Paukenschlag: Der frühere Staatssekretär Yves Rossier (im Bild) hat die Kündigung eingereicht.

Schweiz-USA: Ex-Botschafter Theodor Winkler schreibt in der NZZ, die Schweiz solle das Biden-Zwischenhoch für ihre Vermittlungstätigkeit nutzen. Die Schweiz müsse sich auf eine längere Phase unsicherer Zeiten einstellen.

Villen
Keystone / Martin Ruetschi

Auswirkungen von Corona: Die Arbeitslosenquote steigt, Essstörungen nehmen zu und ausländische Millionäre ziehen wegen der Steuern in die Schweiz.

Wegen der Corona-Massnahmen fehlt vielen Menschen eine Tagesstruktur. Das begünstigt Essstörungen. Das ambulante Zentrum für Menschen mit Essstörungen in Zürich hat im letzten Jahr 30 bis 40% mehr Anfragen verzeichnet.

Wegen der Coronakrise verlieren mehr Menschen den Job und haben Mühe, eine neue Stelle zu finden. Die Arbeitsvermittlungszentren mussten mehrere hunderte neue Beraterinnen und Berater einstellen.

Die deutsche WirtschaftsWoche berichtet, reiche Familien aus aller Welt suchten Zuflucht in der Schweiz, weil sie in ihren Heimatländern Steuererhöhungen fürchteten. Das führe zu steigenden Immobilienpreisen. Der Höhenflug der Immobilienpreise werde langsam bedenklich, kommentiert auch die NZZ.

Wilhelm Tell
Keystone / Sigi Tischler

Und zum Schluss noch ein Schmankerl: «Wir Schweizer» – wie sind wir und warum sind wir so geworden, wie wir sind? Die Weltwoche porträtiert Land, Volk und Regierung.

Wir hätten einen Hang zum Kleinen, zum Unaufgeregten und Bescheidenen. Unser Bundespräsident sitze in Anzug und Krawatte auf dem New Yorker Trottoir und gehe seine Notizen durch, was die afrikanische Presse in Aufregung versetze.

Als ein britischer Journalist zum Haus von Roger Federer geschickt worden sei, habe er fassungslos zugesehen, wie der im Garten die Wäsche aufhängte.

Diese und weitere Beispiele verwendet die Weltwoche, um die Schweiz und ihre Bewohner zu charakterisieren, und schlussfolgert: Unsere Lebenskunst sei so raffiniert, dass man sie nicht als solche erkenne.

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