Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Der Bundesrat bereitet sich angesichts der vierten Pandemie-Welle auf neue Massnahmen vor: Geplant ist eine Ausweitung der Zertifikatspflicht.
Herzliche Grüsse aus dem Homeoffice
Coronavirus: Der Bundesrat prüft eine Ausweitung der Zertifikatspflicht.
Nachdem das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gestern die aktuelle Situation «bis zu einem gewissen Grad als besorgniserregend» einstufte, schlägt der Bundesrat heute neue Massnahmen vor.
Anstatt ganze Branchen zu schliessen und Aktivitäten zu verbieten, will er die Zertifikatspflicht auf Innenbereiche von Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen ausdehnen. Bisher ist das Covid-Zertifikat hauptsächlich für internationale Reisen und Grossveranstaltungen nötig.
Bis am 30. August findet vorsorglich die Konsultation der Kantone und Sozialpartner statt. So könne der Bundesrat, falls sich eine Überlastung der Spitäler abzeichnet, sofort eingreifen. «Wenn wir erst reagieren, wenn die Spitäler überlastet sind, wäre das eine Katastrophe«, so Bundesrat Alain Berset.
Bereits beschlossene Sache ist, dass Covid-Tests für das Zertifikat ab dem 1. Oktober nicht mehr gratis sind. Bei Symptomen übernimmt dagegen weiter der Bund die Kosten, ebenso für Massentests an Schulen und Unternehmen.
- Die Übersicht über die geplanten Massnahmen bei SRF NewsExterner Link.
- Arzt: «Ich verbringe Tag und Nacht damit, Betten zu schaffen»Externer Link – SRF News.
- Die aktuelle Coronavirus-Situation in der Schweiz in unserer Übersicht.
- Die aktuellsten Zahlen zur Pandemie in der Schweiz finden sie hier bei uns.
- SRF NewsExterner Link war im Kantonsspital Baden zu besuch.
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Die Impfquote in der Schweiz ist vergleichsweise tief. Das bereitet der Wirtschaft Sorgen.
Als erste Airline Europas führt die Swiss ab Mitte November eine Impfpflicht für das Flugpersonal ein. Der Grund: Zieldestinationen verlangen zunehmend eine Impfpflicht für Crews – im Swiss-Streckennetz machte Hongkong den Anfang.
Will ein Unternehmen jedoch für alle Angestellte eine Impfpflicht einführen – so wie das etwa Google für die Mitarbeitenden in der Schweiz geplant hat – wird es gesetzlich sehr kompliziert. Wie weit Unternehmen gehen können, ist unklar.
Unternehmen setzen nun vor allem darauf, die Zugangshürden zu den Impfungen möglichst tief zu halten. Gewerbe- und Wirtschaftsverbände appellieren an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen, um einschneidendere Massnahmen zu verhindern. Unternehmen sollen die Impfungen wenn nötig auch während der Arbeitszeit ermöglichen.
- Meine Kollegin Jessica David Plüss schreibt hier über die komplexe rechtliche Situation.
- Werden Ungeimpfte bei der Swiss nun entlassen?Externer Link – Fragt sich der Blick.
- Die Impfung wirkt: das zeigen die aktuellsten ZahlenExterner Link – Watson hat nachgerechnet.
- Auch ich habe gerechnet: Die Impfquote der Schweiz stagnierte im internationalen Vergleich früh.
100 Millionen Dollar, zwei Könige und eine Schweizer Privatbank. Mittendrin ermittelt ein Genfer Staatsanwalt.
Der zurückgetretene spanische König Juan Carlos soll 2008 vom mittlerweile verstorbenen König Saudi-Arabiens Abdullah bin Abdulaziz 100 Millionen Dollar aus der Staatskasse geschenkt bekommen haben. Es gibt Grund zur Annahme, dass es sich dabei um Schmiergelder handelt.
Das Geld landete auf einem Konto einer Stiftung in der Schweiz, die Juan Carlos zugeordnet wird. Das rief Jahre später den Genfer Staatsanwalt Yves Bertossa auf den Plan. Verdacht: Geldwäsche.
Bertossa stellt sich damit einer scheinbar aussichtslosen Aufgabe. «Ermittlungen wegen Geldwäscherei gehören zu den schwersten Aufgaben überhaupt«, sagt ein Experte gegenüber meinen Kolleginnen Sibilla Bondolfi und Belén Couceiro. Der Knackpunkt: Um in der Schweiz jemanden wegen Geldwäscherei anzuklagen, muss die sogenannte Vortat im Ausland bewiesen werden.
Dass das absolutistische Saudi-Arabien der Schweiz Rechtshilfe bei der Ermittlung gegen ihr Königshaus lesitet, ist wenig wahrscheinlich. Doch Bertossa bleibt hartnäckig.
- Den Artikel von Sibilla und Belén gibt es hier.
- Es gibt noch mehr Vorwürfe aus der Schweiz an Juan Carlos, wie meine zwei Kolleginnen vor einem Jahr schrieben.
- Der Finanzplatz Schweiz leidet unter Geldwäscherei-Vorwürfen, schreibt SRF News hierExterner Link.
Die erste Countdown-Ampel der Schweiz steht in Bern – als Pilotprojekt.
Vor dem Hauptbahnhof Bern steht seit heute eine Ampel, die den Passanten anzeigt, wie lange sie noch auf grünes Licht warten müssen. Was in vielen Ländern längst zum städtischen Strassenbild gehört, ist in der Schweiz ein Novum.
Damit Bern von der digitalen Revolution nicht überfordert wird, läuft der Countdown vorerst in einem Pilotprojekt wohldosiert zwischen 16 und 19 Uhr. In Planung ist das neue System bereits seit 2019.
Da in der Schweiz Ampeln oft direkt auf den Verkehr reagieren, ist die Implementierung eines regelmässigen Countdowns nur an Standorten mit einem hohen, konstanten Verkehrsaufkommen möglich.
Ich werde beim Bahnhofplatz Bern wohl weiterhin direkt die Unterführung nehmen, dort kenne ich die Wartezeit auch ohne Countdown: Null Sekunden.
- 20min.ch schreibt von der ersten Countdown-Ampel der SchweizExterner Link
- Auch die Berner ZeitungExterner Link berichtete.
- Rot, gelb, grün: Ampelsysteme regeln nicht nur den Verkehr, sondern mittlerweile viele weitere Bereiche unseres Lebens. «Wieso eigentlich?» fragt sich die Neue Zürcher ZeitungExterner Link (NZZ, Paywall).
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