Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Haben Sie ein Schweizer Bankkonto? Dann zahlen Sie dafür rund 300 Franken mehr pro Jahr als ich.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Auslandschweizer:innen müssen bei Schweizer Bankkonten gehörig draufzahlen. Eine neue Online-Bank will das ändern.
Die hohen Gebühren für ein Schweizer Bankkonto sind für die Fünfte Schweiz seit Jahren ein Ärgernis. Die Auslandschweizer-Organisation weibelte in der Vergangenheit vergeblich für eine bessere Lösung.
Die Smartphone-Bank Yapeal erkannte darin eine Marktlücke. Sie hat kürzlich von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht die Erlaubnis erhalten, Kund:innen auch ausserhalb der Schweiz zu bedienen.
Diese neuen Möglichkeiten nutzt die Bank, die es nur online gibt: Sie will Auslandschweizerinnen, Grenzgängern und Saisonniers dieselben Tarife anbieten wie in der Schweiz wohnhaften Personen. Ob sich das bewährt, muss sich erst noch zeigen.
- Mehr Details finden Sie im BundExterner Link (paywall).
- Aus unserem Archiv: Was macht Bonkkonti für Auslandbürger eigentlich so teuer?
- Noch Frühling wurde eine Marketingidee von Yapeal zum Flop, wie bei Inside ParadeplatzExterner Link zu lesen war.
Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 landete der im Tessin wohnhafte Geschäftsmann Youssef Nada auf der UNO-Terrorliste. Weshalb, wurde nie begründet.
Ein reicher ägyptischer Industrieller, bekennender Muslimbruder, der eine islamische Bank in der Schweiz führte und aus seiner abgeschiedenen Villa in einer mysteriösen italienischen Exklave den Lauf der Weltpolitik beeinflusste. Und der im Verborgenen als ein Financier von Osama bin Laden und seiner Terrorbande agierte.
Eine unschlagbare Geschichte für die Medien in der paranoiden Atmosphäre nach den Terroranschlägen auf die Zwillingstürme in New York. Die Story war wortwörtlich zu gut, um wahr zu sein.
Nach acht Jahren faktischem Hausarrest und dem finanziellen Ruin wurde Nadas Namen von der Terrorliste gestrichen – ohne Begründung, ohne Entschuldigung. Juristisch erhielt Nada Recht, nie konnte ihm eine Verbindung zu den Terrorgruppen nachgewiesen werden. «Die Geschichte war ein einziger Skandal», urteilt der ehemalige Ständerat Dick Marty heute.
- Mein Kollege Giannis Mavris hat den Fall hier sorgfältig aufgerollt und den heute 90-jährigen Nada in seiner Villa besucht.
- Aus dem Archiv: 2008 besuchte swissinfo.ch Nada in seinem «goldenen Käfig».
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Aussenminister Ignazio Cassis äussert sich zum Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU. In erster Linie fordert er Geduld.
Wie geht die Beziehung zwischen der EU und der Schweiz weiter? Sieben lange und ergebnisarme Jahre hat der Bundesrat mit der EU über das institutionelle Rahmenabkommen verhandelt, das den Bilateralen Weg der Schweiz sichern sollte. Diesen Sommer hat er die Übung einseitig abgebrochen.
Während die EU die Schweiz seither verschiedentlich unter Druck setzt – die Teilnahme an der internationalen Forschung wird erschwert, der Strommarkt könnte ins Abseits laufen gelassen werden – will Cassis Ruhe einkehren lassen, bevor neue Entscheidungen getroffen werden.
«Ich weiss, das ist langweilig, aber es braucht jetzt Geduld» sagt er im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. «Zuerst müssen wir herausfinden, was wir wollen und welchen Preis wir zu bezahlen bereit sind.»
- Das ganze Interview lesen sie in der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- Meine Kollegin Sibilla Bondolfi gibt hier eine Übersicht über das komplizierte Verhältnis Schweiz-EU.
- Der Bund berichtet hierExterner Link über das anstehende Treffen von Cassis mit dem neuen Vize-Präsidenten der Europäischen Kommission.
Eine neue Umfrage zeigt: Häusliche Gewalt ist für viele in der Schweiz alltäglich.
Rund jede dritte Person in der Schweiz hat bereits Gewalt in der Beziehung erlebt, wie eine Umfrage der Forschungsstelle Sotomo zeigt. Frauen sind davon mit 42% deutlich stärker betroffen als Männer mit 24%. Die Umfrage erfasst alle Formen der häuslichen Gewalt – physische, psychische und sexuelle Gewalt.
Femizide sind die Spitze des Eisbergs, kommt die Studie zum Schluss. Sie hätten oft eine lange Vorgeschichte und mit Grundüberzeugungen zu tun. Der Bericht zeigt denn auch einige besorgniserregende Antworten: Rund ein Fünftel der Männer finden, Frauen seien bei Belästigungen mitverantwortlich, wenn sie sich sexy kleiden würden.
Immerhin: Die grosse Mehrheit der Befragten bezeichnet häusliche Gewalt als gesellschaftliches Problem und findet, die Politik müsse mehr dagegen unternehmen.
- Mehr Infos gibt es bei SRF NewsExterner Link.
- Ebenfalls bei SRF News: Vergangene Woche wurden an einer Tagung Lösungen gegen häusliche GewaltExterner Link diskutiert.
- Das Thuner Tagblatt berichtet hierExterner Link auch über die Sotomo-Studie (Paywall).
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