Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Ich bin etwas erstaunt über diese Resultate. Aber das ist vermutlich, weil ich in Bern an einer Hauptstrasse wohne: Genf ist die lauteste Stadt in der Schweiz.
Herzliche Grüsse aus Bern, der "leisesten Stadt der Schweiz"
Wrumm, wrumm, wrumm! Genf ist die lauteste Stadt der Schweiz.
Nein, es ist nicht die grösste Stadt der Schweiz, in der die Lärmbelastung am höchsten ist. Das zeigt eine Studie der Zürcher Kantonalbank. Dafür wurden alle Schweizer Wohngebäude darauf untersucht, wie exponiert sie gegenüber Strassenlärm sind.
Demnach sind Genf. Lugano und Lausanne in dieser Reihenfolge die lautesten Städte der Schweiz. Es folgen Luzern, Basel und Zürich. In Genf sind 94% aller Haushalte einem recht hohen Lärmpegel ausgesetzt.
Ausgehend vom Strassenlärm vor meiner Wohnung hätte ich eigentlich erwartet, dass Bern in den Spitzenplätzen zu finden ist. Aber Sie sehen, die subjektive Wahrnehmung kann einen immer wieder täuschen: In der Hauptstadt sind wir laut Untersuchung noch vor Aarau und Winterthur bei weitem am wenigsten Lärm ausgesetzt.
- Bei SRF News finden Sie die Untersuchung samt RanglisteExterner Link.
- Welchen Einfluss Lärm auf die Mietzinsen haben kannExterner Link, beschreibt heute Watson.ch.
- Eine Zusammenfassung der StudieExterner Link finden Sie auf der Website der ZKB.
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Kann sich die Schweiz mit Geld den Anschluss an Forschungsprogramme erkaufen?
Eine zusätzliche Milliarde soll es sein. So stellt sich die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats vor, die Schweiz wieder ins Boot zu bringen. Konkret geht es um die verschiedenen EU-Forschungsprogramme «Horizon Europe» und «Erasmus plus», aus denen die Schweiz wegen der Aufgabe der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU rausgefallen ist.
Damit würde die so genannte Kohäsionsmilliarde an die EU-Oststaaten verdoppelt werden, auf zwei Milliarden Franken. Eine Mehrheit der Kommission hat sich dafür ausgesprochen.
Mitte November hatten sich Aussenminister Ignazio Cassis und EU-Kommissar Maros Sefcovic darauf geeinigt, im Januar 2022 eine Zwischenbilanz zu den Beziehungen zu ziehen. Die EU erwartet ein «starkes politisches Signal» seitens der Schweiz. Mit einem verdoppelten Kohäsionsbeitrag soll der Bundesrat nun «eine Verhandlungsmasse für ein politisches Signal bekommen», hiess es.
Noch immer gleicht es einer Lotterie, den Schweizer Pass zu erhalten.
Zugegeben, ich habe etwas zugespitzt. Aber die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht bemängelt heute, dass die Einbürgerungs-Verfahren in der Schweiz immer noch zu unterschiedlich seien zwischen den Gemeinden.
SRF News nennt als Beispiel die Ablehnung einer Einbürgerung unter anderem wegen einer falschen Antwort: «Wie heisst dieses Musikinstrument?», wurde ein Mann von der kommunalen Einbürgerungsbehörde zum Bild eines Alphorns gefragt. «Schwyzerhorn», antwortete er, der seit zwanzig Jahren in der Schweiz lebt. Die falsche Antwort war mit ein Grund dafür, dass die Einbürgerungsbehörde fand, er sei nicht genug integriert.
Das Bundesgericht kippte schliesslich den Entscheid. Das Problem: Die Einbürgerungsgespräche würden häufig von Laiengremien durchgeführt und nicht immer protokolliert, sagt die Geschäftsführerin der Beobachtungsstelle. Sie fordert deshalb eine Anpassung des Gesetzes.
- Bericht von SRF NewsExterner Link zum Thema Wildwuchs bei Einbürgerungen.
- Auch Argovia Today berichtete heuteExterner Link über den Vorstoss der Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht.
- Seit 2018 ist es schwieriger geworden, den Schweizer Pass zu bekommen. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.
- Klick auf die Schweiz: Unser Hintergrund zum Thema Bürgerrecht und Einbürgerung.
Die meisten Afghanen und Afghaninnen erhalten in der Schweiz keinen Flüchtlingsstatus.
Erinnern Sie sich noch an die Bilder von Menschen, die sich in Kabul an startende Flugzeuge klammerten? Die Angst um das eigene Leben war für sie so gross, dass sie dabei den sicheren Tod in Kauf nahmen. Seither sind in Afghanistan Tausende vor dem Taliban-Regime geflüchtet.
Auf Asyl in der Schweiz können jedoch die wenigsten hoffen. Denn der Flüchtlingsstatus werde vom Bund «sehr restriktiv» ausgelegt, kritisiert der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen.
Meine Kollegin Katy Romy sprach mit der Bürochefin für die Schweiz und Liechtenstein. Diese verlangt, dass das Dublin-System reformiert werden sollte. Gemäss diesem Übereinkommen der Staaten Europas müssen Asylanträge im ersten Ankunftsland geprüft werden.
- Hier finden Sie den Artikel meiner Kollegin Katy.
- Welche Länder die meisten Geflüchteten aus Afghanistan aufgenommen haben, finden Sie im Artikel meiner Kollegin Pauline Turuban.
- Eine statistische Untersuchung von Stefania Summermatter und Duc-Quang Nguyen für swissinfo.ch kam bereits 2017 zum Schluss, dass die Schweiz das Dublin-Abkommen strikter als andere Länder anwendet.
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Nicht nur Geimpfte brauchen einen Booster. Auch die Demokratie hat einen solchen nötig.
Die Pandemie macht klar: Demokratien müssen robuster und gerechter werden. Wie das? Mit Inklusion der Ausgeschlossenen und Benachteiligten und der Teilung von Macht seitens der Privilegierten, sagen Estefania Cuero und Sanija Ameti.
Unser Demokratie-Experte Renat Kuenzi sprach mit den beiden Expertinnen. «Gerade in der Demokratie Schweiz sind sozial Benachteiligte ausgeschlossen. Für sie bedeuten die Privilegien und Standards der anderen eine Ausgrenzung», zitiert er die Diversitäts-Beraterin Cuero in seinem Artikel.
Und die in Bosnien geborene Politikerin Ameti spricht dabei aus eigener Erfahrung: «In der Schweiz fehlt vielen Menschen das Vertrauen in den Staat, weil sie und ihre Gruppe nirgends repräsentiert sind.»
- Hier finden Sie den erwähnten Artikel meines Kollegen Renat.
- Zusammen mit Kollege Michele Andina realisierte Renat am Internationalen Forum Zofingen auch ein Video, in dem internationale Expertinnen und Experten zu Wort kommen.
- Was andere Länder betreffend Demokratie besser machen, hat Renat kürzlich anhand des Beispiels Taiwan gezeigt.
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