Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Erinnern Sie sich noch, als zu Beginn der Pandemie zu wenig Masken erhältlich waren – und der Bund diese zu horrenden Preisen kaufen musste? Das Ganze hat nun vielleicht ein Nachspiel.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ungenügende Maskenqualität: Die Bundesanwaltschaft eröffnet Verfahren.
Zu Beginn der Pandemie gab es eine grosse Maskenknappheit: Die Schweiz war wie viele andere Länder nicht auf diese Situation vorbereitet – und musste nehmen, was sie kriegen konnte. Wie sich herausstellte, war die Qualität dabei oft ungenügend.
Mehrere Maskentypen schnitten bei Tests schlecht ab, wurden aber dennoch für teures Geld eingekauft. Das hat in der Presse immer wieder für Kritik am Verteidigungsdepartement VBS geführt, das in grossen Mengen einkaufen musste.
Im Nachhinein ist man zwar immer klüger, allerdings hatten bereits damals andere Behörden die Masken wegen Mängel zurückgewiesen. Das Strafverfahren ist nun eröffnet, vielleicht müssen sich einige Personen aus dem VBS vor Gericht verantworten. Und auch gegen die Verkäufer wurden in Zürich Ermittlungen eingeleitet. Die Geschichte geht also weiter.
- Lesen Sie hierExterner Link den Artikel der Luzerner Zeitung. (Paywall)
- Auch der BlickExterner Link hat die Geschichte aufgegriffen.
- Die neuesten Entwicklungen zur Pandemie fassen wir hier zusammen.
Die Schweiz, Weissrussland und die Macht der Bilder.
Erinnern Sie sich noch an die Bilder von René Fasel, dem Präsidenten des internationalen Eishockeyverbands, und dem weissrussischen Diktator Alexander Lukaschenko? Die gingen vor rund einem Jahr um die Welt und sorgten für Kritik, denn Lukaschenko liess kurz vorher noch sein Volk zusammenprügeln (und danach auch weiterhin).
Das Ganze warf ein schiefes Licht auch auf die Schweiz, Fasel ist ja Schweizer. Während Lukaschenko seither international als Aussätziger behandelt wird, könnte es bald wieder neue Bilder geben: Die Schweiz will eine neue Botschafterin nach Minsk schicken – und die müsste gemäss Protokoll ihr Beglaubigungsschreiben dem Diktator überreichen.
Die Situation ist verzwickt, denn praktisch alle westlichen Länder boykottieren die weissrussische Führung. Für die offizielle Schweiz ist der Fall der inhaftierten schweiz-belarussischen Doppelbürgerin Natallia Hersche ein Grund präsent zu sein. Dass Stadler Rail im Land produziert, dürfte sicherlich auch eine Rolle spielen. Wir können also bald wohl mit neuen Bildern rechnen.
- Lesen Sie hierExterner Link den Artikel des Tages-Anzeigers. (Paywall)
- Über die Rolle der weissrussischen Frauen im Aufstand gegen Lukaschenko, finden Sie hier Lesenswertes.
- Und mit dieser Bildstrecke können Sie sich ein Bild vom osteuropäischen Land machen.
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Brüssel dämpft die Freude der Medtech-Branche: Der Deal mit Deutschland kommt nicht zustande.
Wenn es über Bern und Brüssel nicht geht, dann versucht man es eben alleine: Das dachte sich der Verband Swiss Medtech, und kontaktierte deutsch Bundesländer, damit die Branche ihre Produkte in Deutschland weiterhin anerkennt.
Die Nicht-Anerkennung geht auf das Auslaufen des entsprechenden bilateralen Abkommens zurück, und gilt als augenfälligstes Beispiel für das Scheitern des Rahmenabkommens mit der EU. Offenbar erhoffte sich der Verband, hier einen alternativen Weg zu finden.
Das wird aber nichts, Brüssel hat das klar und deutlich kommuniziert. Immerhin zeigt die Episode erneut auf, dass eine Lösung der Probleme nur auf höchster Ebene erzielt werden kann: Das Verhältnis zur EU muss geklärt werden, und zwar möglichst bald. Die Politik ist gefordert.
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag von SRF News.
- Die «Freunde der Schweiz» werden überschätzt – meine Kollegin Sibilla Bondolfi hat die (hoffnungslose) Suche nach Alternativen bereits im November analysiert.
- Auch in der Bildung rumort es: Die oberste Bildungsverantwortliche der Schweiz spricht im Tages-AnzeigerExterner Link über den hoch vernetzten Sektor, der ebenfalls unter der Unsicherheit leidet.
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Im neuen Geldcast: Afghanistan geht das Bargeld aus.
Afghanistan kommt nicht aus der Negativspirale aus, in die es seit der Machtübernahme der Taliban reingerutscht ist. Die Sicherheitslage ist prekär, der Winter hart, der Hunger geht rum. Und nun geht dem Land das US-Dollar-Bargeld aus, das für Einkäufe und Löhne benötigt wird.
Warum ist das Bargeld knapp geworden? Und was könnte die internationale Gemeinschaft tun, um die Situation zu verbessern? Einschätzung dazu gibt die Afghanistan-Expertin Nadia Qadire unserem Geldcast-Host Fabian Canetg.
- Hier finden Sie unseren neuen Geldcast.
- Zur Übersicht über alle bisherigen Geldcasts geht es hier.
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