The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Debatten
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Nach den Sanktionen gegen Russland dreht sich die Debatte über die Schweizer Neutralität weiter: Wird sie mit einem Schweizer Sitz im UNO-Sicherheitsrat definitiv beerdigt? Ja, findet die SVP, nein, sagen die anderen Parteien.

Herzliche Grüsse

SVP-Fraktion
Keystone / Anthony Anex

Das Parlament ebnet den Weg für die Schweizer Kandidatur um einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat – gegen den lautstarken Protest der SVP.

Ein Grabstein mit der Inschrift «Ruhe in Frieden – Neutralität † 2022» – so war die heutige Medienmitteilung der SVP bebildert. Weshalb so dramatisch?

Bevor die UNO-Generalversammlung im Juni die Mitgliedsländer des Sicherheitsrates für die Jahre 2023/24 wählt, unternahm die SVP einen letzten Versuch, die Kandidatur der Schweiz zu Fall zu bringen. In einer Sondersession musste das Parlament erneut darüber entscheiden.

In der aktuellen Weltlage mit Krieg in Europa dürfe die Neutralität der Schweiz nicht aufs Spiel gesetzt werden, so die Begründung. Die Schweiz müsse auch raus aus dem «Wirtschaftsweltkrieg gegen Russland».

«Neutralität darf nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden«, entgegnete Bundespräsident Ignazio Cassis. So sah das auch die grosse Mehrheit des Parlaments: Der SVP-Antrag blieb chancenlos.

Universität Freiburg
© Keystone / Gaetan Bally

Bei Krieg hört auch die Neutralität von Schweizer Hochschulen auf: Sie distanzieren sich von staatstreuen russischen Unis.

Schweizer Unis wollen den Krieg in der Ukraine nicht indirekt unterstützen. Konkrete Massnahmen ergreift etwa die Universität Freiburg: Seit Jahren arbeitet sie mit zwei russischen Universitäten zusammen. Doch weil diese den russischen Krieg unterstützen, sistiert die Freiburger Universität die Partnerschaft.

Doch Russ:innen sollen nicht pauschal abgestraft werden: Sie sollen ihr Studium oder ihre Forschung an Schweizer Hochschulen ganz normal weiterführen können.

Personelle Konsequenzen kann es trotzdem geben: Die Universität Freiburg hat diese Woche einen Titularprofessor suspendiert, weil er die russische Invasion Putins nicht verurteilen wollte.

Mehr

Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Bruno Kaufmann

Wie kann Neutralität in Zukunft aussehen?

Die Neutralität steht auf dem Prüfstand der Weltgeschichte. Hat sie eine Zukunft? Und wie sollte sie definiert werden?

7 Likes
211 Kommentare
Diskussion anzeigen
Voller Operationssaal in einem ukrainischen Spital
Copyright 2022 The Associated Press. All Rights Reserved

Eine Schweizer Ärztin kümmert sich in der Ukraine um Kriegsverletzte.

Die Spitäler kommen durch die vielen Kriegsverletzten an den Anschlag, es mangelt an Medikamenten und Wasser. Die Schweizer Ärztin Carole Déglise ist für die NGO Médecins Sans Frontières seit Kriegsausbruch im Westen der Ukraine im Einsatz.

«Hier ist immer wieder Alarm, aber bisher waren wir noch nicht unter Beschuss. Angst habe ich keine», sagt sie gegenüber dem Tagesanzeiger. «Wir sind es gewohnt, in Krisengebieten zu arbeiten

Die Situation stimmt nicht optimistisch: «Jeden Tag wird die Situation im ganzen Land schlimmer. Immer mehr Menschen sind auf der Flucht.» Ein Problem sei die Doppelbelastung: «Neben den gewöhnlichen Patienten gibt es auf einmal extrem viele Verwundete.»

Mann liest Zeitung
© Keystone / Christian Beutler

Polarisierte, laute Töne in den Medien finden zunehmend Anklang – vor allem in der Deutschschweiz.

Zwischen der deutschsprachigen und der lateinischen Schweiz gibt es nicht nur eine linguistische Barriere. Auch in Volksabstimmungen äusserten sich die Landesteile in der Vergangenheit häufig unterschiedlich. Voilà – das ist der sogenannte Röstigraben.

In den letzten Jahren war dieser Graben seltener zu beobachten, heute spricht man vermehrt von einem Graben zwischen Stadt und Land. Doch nun erlebt der Röstigraben ein Comeback, wie unser Politexperte Claude Longchamp in einer Nachanalyse des Urnengangs zur neuen Medienförderung feststellt. Im Februar hatte das Volk Nein gesagt zu einer stark erweiterten und neu auch direkten Unterstützung von Medien durch den Staat.

In der Deutschschweiz herrscht zunehmend eine andere Medienkultur als in der Westschweiz: Politisch extremer, im Ton rauer und anti-etatistischer. Oder anders ausgedrückt: Amerikanischer, so der Analyst. Das dürfte Auswirkungen auf die medienpolitischen Abstimmungen, die in den nächsten Jahren auf der Agenda stehen. Insbesondere die «No Billag 2».

Meistgelesen
Schweizer Diaspora

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft