Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Kurz bevor meine Tochter in die erste Klasse kam, wussten wir nicht, wer sie unterrichten wird – die Stelle der Klassenlehrperson war wegen Lehrermangels vakant. Das Problem spitzt sich schweizweit zu, doch wir hatten Glück: Die Schule konnte zwei Studentinnen überzeugen, die Klasse im Jobsharing zu übernehmen – während sie nebenbei ihr Studium abschliessen.
Herzliche Grüsse
Die Weltbank warnt vor einer globalen Stagflation und einem verlorenen Jahrzehnt.
Die Weltbank hat die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft gesenkt, die OECD jene für die Schweiz. Grund sind unter anderem der Ukraine-Krieg und der Lockdown in China, also die Pandemie. Viele Länder müssten mit einer Rezession rechnen.
Die Weltbank erkennt mehrere Parallelen zwischen heute und den 1970er-Jahren, als Inflation und wirtschaftliche Stagnation miteinander einhergingen: Unter anderem einen Angebotsschock nach einer langen Periode mit sehr expansiver Geldpolitik.
Wieso ist die Inflation so hoch – jetzt auch in der Schweiz? Dieser Frage ging mein Kollege Fabio Canetg im Geldcast Live Talk nach.
- Der Artikel in der NZZExterner Link (Paywall).
- Die Meldung bei NauExterner Link und im BlickExterner Link; jene zur Schweiz auf swissinfo.ch.
- Der Geldcast Live Talk auf swissinfo.ch.
Dass die Wirtschaft nicht in Schwung kommt, liegt unter anderem auch am Arbeitskräftemangel.
Mit über 100’000 offenen Stellen im ersten Quartal 2022 ist der Arbeitskräftemangel in der Schweiz rekordverdächtig. Dieser Mangel könnte sich noch weiter verschärfen und den Wohlstand des Landes gefährden.
Besonders angespannt ist die Lage im Gastgewerbe und im Hightech-Sektor. Mangel herrscht aber auch in der Pflege, im Transportwesen, im Baugewerbe, in der Logistik oder auf dem Bau.
Und wie eingangs erwähnt auch bei den Lehrpersonen: Weil mehr Kinder eingeschult werden und gleichzeitig die Babyboomer-Generation in Rente geht, herrscht in der Schweiz akuter Lehrermangel.
- Den ganzen Artikel zum Arbeitskräftemangel lesen Sie auf swissinfo.ch.
- Der Tages-AnzeigerExterner Link zum Lehrermangel (Paywall).
Das Schweizer Sexualstrafrecht wird revidiert.
Der Ständerat hat zwei wesentlichen Änderungen zugestimmt: Neu können auch Männer Opfer einer Vergewaltigung sein, der Tatbestand wird geschlechtsneutral formuliert.
Wenn das Opfer Nein sagt, sich der Täter oder die Täterin aber über dieses Nein hinwegsetzt, gilt das künftig als Vergewaltigung, auch wenn keine Gewalt angewendet wurde. Das Erfordernis der Nötigung fällt weg.
Eine Absage erteilte der Ständerat hingegen der «Ja heisst Ja»-Lösung, wie sie von Frauenorganisationen und den Linken gefordert wird. Demnach wäre jeder Sex eine Vergewaltigung, wenn eine Einwilligung fehlt. Der Ständerat berät über weitere Punkte der Revision, anschliessend geht die Vorlage an den Nationalrat.
- Die Meldung bei WatsonExterner Link.
- Der Kommentar von SRFExterner Link.
- Auch die NZZExterner Link berichtet (Paywall).
- Aus unserem Archiv: Bevölkerung und Parlament uneins über ausdrückliche Zustimmung; Internationaler Trend: Ungewollter Sex ist Vergewaltigung; Männer können in der Schweiz nicht vergewaltigt werden.
Die Schweizer Asylchefin beherbergt selbst eine ukrainische Geflüchtete.
Sie managt den grössten Andrang von Geflüchteten seit dem Zweiten Weltkrieg und hat selbst eine Geflüchtete bei sich aufgenommen: Christine Schraner Burgener, Staatssekretärin für Migration.
Die ehemalige Botschafterin besitzt eine Einzimmerwohnung gleich neben der eigenen als späteren Alterssitz für ihre Mutter. Nun hat sie dort eine 21-jährige Schauspielstudentin aus der Ukraine untergebracht.
Mehr als 50’000 Ukrainer:innen sind bereits in die Schweiz geflüchtet. Bis im Herbst, so schätzt der Bund, könnten es mehr als 100’000 sein.
- Die Reportage bei SRFExterner Link.
- Aus unserem Archiv: Schweizer:innen öffnen ihr Zuhause für Flüchtlinge aus der Ukraine.
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