Mittwoch
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Baden, Glacé-Essen, Flanieren: Die Schweiz ist in Sommerferienstimmung. Etwas mulmig zu Mute sein dürfte es einigen Badegästen und Spaziergängern am Hallwilersee. Dort tummelt sich angeblich ein Exot, der eigentlich überhaupt nicht in hiesige Gewässer gehört.
Wir bieten Ihnen heute aber auch Historisches, Politisches und eine Podiumsdiskussion, die Sie als Fünfte Schweiz direkt betrifft.
Viel Spass bei der Lektüre
Er bezahlte seine Forderung nach einer Machtteilung mit dem Leben: Vor 270 Jahren wurde in Bern der Schriftsteller Samuel Henzi geköpft. Gerade wird er wiederentdeckt – als Vorkämpfer unserer Demokratie.
Anklage und Urteil: Den sogenannten Henzi-Verschwörern wurde vorgeworfen, einen Umsturz geplant zu haben. Über 30 von ihnen wurden verhaftet, gefoltert und in die Verbannung geschickt. Die drei Anführer, darunter Samuel HenziExterner Link, wurden geköpft.
Sachverhalt: Die Gruppe von rund 70 unzufriedenen Handwerkern und Händlern hatte einen Umbau des Stadtstaates gefordert. Durch den Schauprozess erstickten Stadt und Republik Bern die Forderung im Keim. Gut 80 Jahre später führte Bern die repräsentative Demokratie ein.
Fazit: Sein blutiges Schicksal machte den Schriftsteller zum vordemokratischen Märtyrer. Henzi trug dazu bei, dass in der Schweiz die Abschaffung der Todesstrafe und die Einführung der Volksrechte Hand in Hand gingen.
- Als die Herren Berns den Vorkämpfer für Demokratie hinrichteten: Hier finden Sie mehr Details zum Los von Samuel Henzi.
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Die EU drückt den Reset-Knopf mit der Schweiz: Was bedeutet die Wahl von Ursula von der Leyen für die Beziehungen der Schweiz mit der EU?
Neues Kapitel? Mit der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem Abgang von Generalsekretär Martin Selmayr beginnt wenigstens personell ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Beziehungen zwischen Bern und Brüssel.
Dur oder Moll? Zwar sind es die Mitgliedstaaten, die den Ton der EU im Umgang mit Drittstaaten wie der Schweiz angeben. Als EU-Kommissionspräsidentin kann von der Leyen aber die Tonart mitbestimmen.
Vom Regen in die Traufe? Junckers Chefbeamte Martin Selmayr prägte die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen und gilt als Architekt der harten Linie gegenüber Bern. Ob seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger sich milder geben wird, ist fraglich.
- Von der Leyen ist eine Unbekannte für die Schweiz: Hier geht es zur Analyse von Keystone-SDA.
- Junckers Mann fürs Grobe tritt ab: HierExterner Link geht es zum Artikel des Tages-Anzeigers.
Ein Exot in einem Schweizer See sorgt für Schlagzeilen: Im Hallwilersee im Schweizer Mittelland will ein Fischer einen Kaiman gesichtet haben.
Aufregung: Die Aargauer Polizei hält die Schilderungen des Fischers für glaubwürdig und sucht das Reptil. Die Meldung verbreitete sich über die sozialen Medien wie ein Lauffeuer.
Entwarnung: Für Badende und Spaziergänger besteht laut Polizeiangaben keine Gefahr. Das Tier sei etwa 1,5 Meter lang und jage primär Fische und Kleintiere. Es meide Menschen, ausser es fühle sich provoziert.
Mysterium: Für die Haltung eines Kaimans braucht es eine Bewilligung. Die Polizei vermutet, dass das Tier aus illegaler Tierhaltung stamme und ausgesetzt worden sei.
- Der Tages-AnzeigerExterner Link beantwortet acht Fragen zum Kaiman im Hallwilersee.
- Die Aargauer-ZeitungExterner Link und watsonExterner Link äussern Zweifel und sagen, es könnte auch ein Hecht sein.
- SRF NewsExterner Link berichtet, dass bereits zahlreiche exotische Tiere im Hallwilersee leben.
Parlamentswahlen, E-Voting, Schweiz – EU und direkte Demokratie: Im Rahmen von #SWIonTour haben wir im Deutschen Aachen mit Auslandschweizern und Auslandschweizerinnen diskutiert.
Ein Anlass: Mit Blick auf die Eidgenössischen Wahlen diesen Herbst reiste swissinfo.ch Mitte Juni nach Aachen in Deutschland. Wir wollten fünf Mitgliedern des dortigen Schweizer-Clubs den Puls zu nehmen.
Sechs Themen: An einer Podiumsdiskussion debattierten vier Männer und eine Frau mit Schweizer Wurzeln über sechs Themen, welche die Auslandschweizerinnen und -schweizer betreffen. So zum Beispiel über die Frage, ob ein garantierter Sitz für die Fünfte Schweiz im Parlament in Bern sinnvoll wäre.
Sechs Länder: Um mehr über die besonderen Bedürfnisse der Fünften Schweiz zu erfahren, besuchten wir auch Schweizer-Clubs in Frankreich, Italien, Brasilien, Argentinien und den USA.
- Die Debatte in Aachen zu den sechs Themen haben wir in separaten Videos festgehalten.
- Entdecken Sie die Reisen von #SWIonTour auf unserer Instagram-SeiteExterner Link.
Zum Schluss eine Frage an Sie: Beteiligen Sie sich an Wahlen und Abstimmungen in der Schweiz? Möchten Sie das überhaupt?
Viele Menschen in der Schweiz denken, Sie sollten dieses Recht gar nicht haben. Äusserst knapp entschied der Kanton Aargau letztes Jahr, dass die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer künftig – erstmals also im kommenden Oktober – bei den Ständeratswahlen mitentscheiden können.
Das Auslandschweizer-Wahlrecht sei «bei einem nicht unerheblichen Teil der Stimmbevölkerung generell umstritten», folgerten die Forschenden des Zentrums für Demokratie Aarau daraus. Was denken Sie dazu? Diskutieren Sie mit im Q&A Teil der App oder schreiben Sie uns auf briefing@swissinfo.ch.
- In einem kurzen Erklärvideo unserer Videoredaktion erfahren Sie, wie die Parlamentswahlen in der Schweiz funktionieren.
- Das E-Voting, das für Sie im Ausland vieles erleichtern würde, ist auf Eis gelegt. Unsere Analyse zum Thema.
- Hier finden Sie unsere gesamte Berichterstattung zu Wahlen und Abstimmungen.
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