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1. August: Schweizer sollen ihre Reserve verlassen

1. August am Rheinfall: Lichtkünstler Gerry Hofstetter projiziert Schweizerkreuze. Keystone

Mitglieder der Landesregierung haben zum Nationalfeiertag zum inneren Zusammenhalt, zur Öffnung gegen Aussen und zum persönlichen Engagement für die Schweiz aufgerufen.

Die Lösung der weltweiten Probleme ist laut Micheline Calmy-Rey im Multilateralismus zu finden.

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat in Paris am Donnerstag Abend vor Auslandschweizern gesprochen. Die Bundesrätin betonte die Zugehörigkeit und Rolle der Schweiz in Europa – unabhängig von den Verträgen mit der EU.

«Nichts, was Europa entscheidet und betrifft, lässt uns gleichgültig. Es hat einen direkten Einfluss auf unser öffentliches und soziales Leben», sagte die Aussenministerin im Schweizer Pavillon der Cité Universitaire in Paris.

Die Schweiz könne mit ihrer föderalistischen und demokratischen Tradition in der Welt eine nützliche Rolle spielen, gab sich Calmy-Rey überzeugt.

«Wohl des Ganzen über Einzelinteressen»

Bundespräsident Pascal Couchepin bekräftigte seine Überzeugung, dass die Schweiz in erster Linie ein «gemeinsames Projekt» sei. Auch über legitimen Einzelinteressen einer Klasse, einer Generation oder einer Region müsse immer das Wohl des Ganzen stehen. «Das ist der Gedanke, der uns heute an diesem Fest verbindet.»

Manchen würden vergangene Zeiten als bessere Zeiten erscheinen, in denen noch alles harmonisch und einfach gewesen sei. «Die Realität ist aber eine andere», meinte Couchepin. «Jede Generation muss das Schweizersein neu erfinden und damit auf ihre Weise an der Geschichte der Schweiz weiterschreiben.»

Der Bundespräsident wünschte sich weiter eine Schweiz, «die ihren Platz in Europa behauptet.» In welcher Form die Schweiz an der Entwicklung des Kontinents teilnehmen will, werde sich in den nächsten Jahren entscheiden müssen. Schon heute sollte sich die Schweiz mit allen Ländern der künftigen EU solidarisch zeigen.

Nicht immer ein «einig Volk von Brüdern»

«Tell steht für Einigkeit, Zusammenhalt und Freiheit», sagte Bundesrat Joseph Deiss vor dem Tell-Denkmal in Altdorf.

Die alten Eidgenossen seien zwar nicht immer das Friedrich Schiller beschriebene «einig Volk von Brüdern» gewesen, aber auch nicht, wie von Friedrich Dürrenmatt behauptet, die «Angsthasen Europas».

Deiss rief dazu auf, gegen aussen mehr Selbstbewusstsein an den Tag zu legen. Die alten Eidgenossen hätten sich in einem unsicheren Europa vorausschauend und weltoffen gezeigt. –auch die moderne Schweiz dürfe nicht nur Zuschauer sein.

Bundesrat Samuel Schmid rief in Zürich dazu auf, mit Selbstvertrauen das nächste Kapitel der «Erfolgsgeschichte Schweiz» zu schreiben. Die Zukunft sei nicht nur Schicksal, sagte Schmid. Die Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben, sei eine Herausforderung und gehe nicht ohne harte Knochenarbeit.

Die Mehrsprachigkeit bezeichnet Deiss als «eigentliche Kraftquelle der Schweiz». Sie müsse energisch gepflegt werden.

Laut Schmid müssen alle mitdenken und mitarbeiten, denn «wir sind der Staat! Wir sind die Schweiz!»

Ohne Raketen und 1.-August-Feuer

Wegen der Trockenheit muss bei den Feiern mancherorts auf Feuerwerk und Feuer verzichtet werden. Die beiden Appenzell, Genf, Wallis, Waadt, Tessin, Jura, Thurgau, Freiburg und Graubünden erliessen entsprechende Verbote. In Schaffhausen gilt nur ein Feuerverbot, Neuenburg verbietet Feuer und Feuerwerke «ausserhalb festgelegter Zonen».

swissinfo und Agenturen

Die Schweiz feiert ihren 712. Geburtstag.
Bundesräte fordern die Bevölkerung auf, aktiv an einer lebendigen und offenen Schweiz mitzuarbeiten.

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