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200 Jugendliche debattieren über Öffnung der Schweiz

jugendsession.ch

Die zehnte Jugendsession zum Thema Aussenpolitik ist am Donnerstag in Bern eröffnet worden. Im Zentrum steht eine Debatte über den UNO-Beitritt.

Drei Tage lang befassen sich 200 Jugendliche aus allen Landesteilen zwischen 14 und 21 Jahren mit dem UNO- Beitritt und andern Themen der Aussenpolitik.

Die Jugendlichen wünschten sich generell eine offenere Schweiz, sagte Martin Petersen vom Organisationskomitee. Unter anderem verlangten sie mehr Entwicklungszusammenarbeit (ein Prozent des Bruttosozial-Produkts), eine weitere Annäherung an die EU und Kompromisse beim Bankgeheimnis.

Diskussion mit dem Aussenminister

Die ausgearbeiteten Forderungen werden die Jugendlichen am Samstag Aussenminister Joseph Deiss präsentieren und zum ersten Mal in der zehnjährigen Geschichte der Jugendsession auch mit ihm diskutieren können.

Als weiteren Höhepunkt der Session bezeichnete Petersen die Diskussion über den UNO-Beitritt, die am Donnerstagabend mit einer Debatte mit Nationalrat Ulrich Schlüer (SVP/ZH) und Ständerätin Christine Beerli (FDP/BE) beginnen und am Samstag mit einer Konsultativ-Abstimmung enden soll.

Ja zur UNO

«Es würde mich überraschen, wenn die Jugendlichen gleich abstimmen, wie es die Erwachsenen tun werden», wagt der Berner Politikwissenschafter Thomas Holzer für swissinfo eine Prognose. Die These der eher linken, weltoffenen Jugend habe sich in verschiedenen Untersuchungen bestätigt. Er erwarte deshalb eine recht hohe Zustimmung zur UNO, sagt Holzer.

Allerdings werden wohl kaum neue Argumente zu hören sein: «Ich gehe davon aus, dass sich die Diskussion an der Jugendsession nicht wesentlich von sonstigen Debatten unterscheiden wird.»

Wer sich selber eine Meinung über die Diskussionskultur unter Jugendlichen bilden will: Die Plenardebatte vom Samstag überträgt die Jugendsession live im Internet.

Bereits 10-jährige Tradition

Die erste Jugendsession fand 1991 aus Anlass der 700-Jahr-Feier statt. Seither wurde der Anlass zunehmend professionalisiert und durch ein Forum ergänzt, das den Resolutionen Nachdruck verschaffen soll. 2000 sollte die Session aus dem Nationalratssaal verbannt werden. Nach heftigen Protesten kam die Parlamentsführung aber auf diesen Entscheid zurück.

Eva Herrmann und Agenturen

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