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2001 ist Internationales Jahr der Freiwilligen

Mit dem "längsten Transparent der Welt" eröffneten die Jugendverbände das "Jahr der Freiwilligen". Keystone

Das Internationale Jahr der Freiwilligen soll 2001 die Aufmerksamkeit auf die Leistungen der ehrenamtlichen Arbeit lenken, die rund um den Globus erbracht wird. Heute Dienstag eröffnete Bundespräsident Adolf Ogi in Bern die Kampagne für die Schweiz.

In der Schweiz werden pro Monat 44 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Mit dem Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001 soll diese uneigennützige Kraft sichtbar werden.

Freiwilligkeit, Ehrenamtlichkeit und Miliz seien «der Kitt, der uns und unser Land zusammenhält», sagte Ogi an der Eröffnungsfeier in Bern. Er unterstrich die lange Tradition des freiwilligen Engagements in der Schweiz. Diese sei aber in Gefahr.

Ein Gegengewicht setzen könne man, indem man der freiwilligen Arbeit Wert und Anerkennung gebe, «nicht indem wir immer mehr Freiwilligenarbeit immer besser entschädigen». Diese beziehe ihren Wert eben gerade dadurch, dass sie keinen Geldwert habe, erklärte Ogi.

248’000 Vollzeitstellen

Laut der jüngsten Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2000 sind 41 Prozent der in der Schweiz wohnhaften Personen ehrenamtlich tätig. Die 44 Mio. monatlich geleisteten Stunden entsprächen 248’000 Vollzeitstellen,erklärte Carlo Malaguerra, Direktor des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Die ökonomische Bedeutung zeige sich, wenn man berechnet, was die Bezahlung dieser Arbeit kosten würde: für 1997 wurden 19,4 Mrd. Franken oder rund 5 Prozent des Bruttoinlandprodukts errechnet. Ohne den Beitrag der Freiwilligen wäre das Funktionieren unserer Gesellschaft in Frage gestellt, ist Malaguerra überzeugt.

Während Männer sich häufiger in der organisierten Freiwilligenarbeit – etwa in Sportvereinen – engagieren, ist der Frauenanteil in der informellen Freiwilligenarbeit höher. Beinahe die Hälfte der Haus- und Familienfrauen leistet ehrenamtliche Arbeit für Personen aus anderen Haushalten.

Männer in Prestigefunktionen

Frauen sind zudem weniger präsent in Interessensvereinigungen, politischen Ämtern und öffentlichen Dienstleistungen. «Dort, wo Macht und Prestige sind, sind normalerweise nur Männer zu finden», sagte Chiara-Simoneschi-Cortesi, Präsidentin der EidgenössischenKommission für Frauenfragen.

Sie forderte eine angemessene Aufteilung der Freiwilligenarbeit zwischen den Geschlechtern. Dazu brauche es neue Arbeitsformen, die es Frauen und Männern ermöglichten, bezahlte und unbezahlte Arbeit verantwortungsbewusst leisten zu können.

Die Eröffnungsfeier bildete den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen des «iyv-forum.ch» (iyv = International year of volunteers), dem sich rund 115 Organisationen angeschlossen haben. Das Forum will zudem einen Sozialzeit-Ausweis lancieren, der ab Mitte 2001 erhältlich sein.

swissinfo und Agenturen

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