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Afghanistan-Konferenz doch nicht in Genf

UN-Vertreter Francesco Vendrell und der Aussenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah (l.). Keystone

Die Konferenz der Vereinten Nationen zur Bildung einer Regierung in Afghanistan wird nach Angaben des EDA nicht in Genf stattfinden.

Ein Sprecher des Schweizer Aussenministeriums (EDA) bestätigte am Dienstag in Bern, dass die vorgesehene Afghanistan-Konferenz doch nicht in der Schweiz stattfinden werde.

Noch am Wochenende hatte die Nordallianz nach anfänglichem Beharren auf Kabul als Konferenzort auch einem anderen Ort zugestimmt. Aussenminister Abdullah Abdullah sagte am Sonntag in Taschkent, alle von der UNO vorgeschlagenen Treffpunkte in Deutschland, Österreich oder der Schweiz seien für das Bündnis akzeptabel.

Konferenz in Berlin

Die Friedenskonferenz für Afghanistan soll nun nach UNO-Angaben ab Montag in Berlin stattfinden. «Das Treffen wird im neugebauten Konferenzflügel des Aussenministeriums im Zentrum Berlins stattfinden», sagte der deutsche UNO-Botschafter Hans Heinrich Schumacher am Dienstag.

In einem CNN-Interview schränkte der afghanische Ex-Präsident und derzeitige politische Führer der Nordallianz, Burhanuddin Rabbani, ein, die in Berlin geplante Konferenz könne nur der Auftakt für langwierige Verhandlungen über die künftige Regierung Afghanistans sein. Die eigentlichen Verhandlungen zwischen den einzelnen Gruppen müssten in Afghanistan selbst stattfinden.

Paschtunen-Vertretung noch unklar

Völlig unklar sei aber noch, wer die traditionell einflussreiche afghanische Bevölkerungs-Mehrheit der Paschtunen bei dem Treffen vertreten werde.

Nach dem Vormarsch der Nordallianz gegen die radikal-islamische Taliban-Regierung hatte die UNO eine Friedenskonferenz unter ihrer Schirmherrschaft vorgeschlagen, um ein Machtvakuum in Afghanistan zu verhindern. Der UNO-Sicherheitsrat hatte sich in der vergangenen Woche für eine zweijährige Übergangsregierung ausgesprochen, in der alle Volksgruppen vertreten sind.

swissinfo und Agenturen

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