Alarmierend tiefe Zahlen bei Organspenden
Im Jahr 2008 warteten 1544 Menschen auf ein Spendeorgan, das sind 12,6 Prozent mehr als im Vorjahr. 62 Personen verstarben, ohne dass das rettende Organ für sie gefunden werden konnte.
Diese Zahlen gab am Freitag Swisstransplant, die Schweizerische Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation, an der Jahresversammlung in Interlaken bekannt.
Laut Swisstransplant-Direktor Franz Immer bildet die Schweiz mit 11,8 Organspendern pro Million Einwohner nach wie vor das Schlusslicht in Europa. Ein Vergleich mit den Nachbarstaaten mache deutlich, dass das Potenzial fast doppelt so hoch wäre.
«Was das Wissen über Transplantationschirurgie und medikamentöse Behandlung betrifft, gehört die Schweiz weltweit zur Spitze. Trotzdem fehlen uns hierzulande die dringend benötigten Organe», so Immer.
Starben 2007 noch 50 Menschen auf der Warteliste, waren es im vergangenen Jahr 62. Betroffen waren vor allem Patienten, die auf eine Leber- oder Nierenspende
warteten.
Für 2009 plant Swisstransplant Informationskampagnen für die breite Öffentlichkeit und gezielte Schulungen für Ärzte in Spitälern.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch