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Arbeiten im Gotthard ruhen

Bis die Messungen der Experten vorliegen, gehen im Tunnel keine Arbeiten weiter. Keystone

Wegen giftiger Rückstände im Gotthard-Tunnel mussten die Bergungs-Arbeiten unterbrochen werden. Dafür ist die Luft ausserhalb des Tunnels besser geworden.

Im Tunnel klärten Vertreter der Schweizerischen Unfallversicherungs-Anstalt (SUVA) und des eidgenössischen Arbeits-Inspektorates am Montag ab, welchen Sicherheitsrisiken die Rettungskräfte ausgesetzt werden. Gefahr könnte von giftigen Russ- und Staubteilchen ausgehen.

Die Luftqualitäts-Messungen sollen Aufschluss über die eventuelle Gefährlichkeit von Staub und Russ im Tunnel geben. Die Resultate sollen in zwei bis drei Tagen vorliegen. Bis dahin bleiben die Bergungs- und Sanierungsarbeiten liegen. Die Arbeit der Experten kann in der Folge bis 20 Tage dauern.

Opfer unter den Trümmern

Bis jetzt haben die Behörden zehn Todesopfer bestätigt. Man rechnet mit einem elften Toten. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um den türkischen Chauffeur des belgischen LKW, der den Unfall verursacht hatte und der sich noch unter den Trümmern befinden müsste.

Ein weiterer Chauffeur – ein bei einem italienischen Transport-Unternehmen angestellter Paraguayaner – wird noch vermisst.

Unfall-LKW mit fehlender Bewilligung

Das belgische Transport-Unternehmen, dessen Camion den Unfall im Gotthard verursachte, hat offenbar nicht über die nötigen Betriebs-Bewilligungen verfügt. Nach Angaben des Internationalen Transportverbands IRU hatte das Transport-Unternehmen Gül Tranports im belgischen Alost, dessen Lastwagen die Kollision im Gotthardtunnel verursachte, zwar in Belgien um die nötigen Betriebs-Bewilligungen ersucht. Diese seien jedoch bisher nicht erteilt worden, teilte der IRU am Dienstag mit.

Der türkische Fahrer besass zudem nur ein für drei Monate gültiges Touristenvisum für Belgien. Somit sei seine Anstellung durch Gül illegal gewesen.

Spreng-Objekte lahm legen

Das Militär nutzt die anstehende Sanierung im Gotthard-Tunnel, um die dort angebrachten Sprengsätze zu entfernen. Verminte Objekte aus der Zeit des Kalten Krieges werden seit 1996 um mehr als die Hälfte abgebaut. Die Zahl aller Spreng-Objekte ist geheim.

Saubere Luft in der Leventina

Eine Woche nach der Katastrophe im Gotthard-Strassentunnel ist die Luftqualität in der Leventina dank dem Wegfall des Schwerverkehrs deutlich besser geworden. Der Schadstoff-Ausstoss sank zwischen dem 24. und dem 30. Oktober um ganze 44%, wie Messungen des Tessiner kantonalen Luftamtes ergaben.

swissinfo und Agenturen

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