Bedeutende Napoleonika für das Napoleon-Museum
Das Napoleon-Museum Arenenberg im Thurgau hat vor einigen Tagen eine Konstanzer Privatsammlung von Napoleonika geschenkt bekommen. Es handelt sich dabei unter anderem um etwa 150 Bände zum Themenkreis der Familie Bonaparte.
Mit der Konstanzer Schenkung erhielt das Museum nach Angaben des Konservators auch Porzellan mit napoleonischen Motiven, Stiche und Bilder aus dem kaiserlichen Umfeld, Silber, Münzen, Zinnfiguren sowie Miniaturen. Ausserdem kamen Kuriosa wie «napoleonische Briefmarken» aus Oman oder eine Blechdose «Le Bon Bonbon Napoleon» auf den Arenenberg.
Hortense besass viel mehr Bücher
Erst kürzlich hat der Museums-Konservator nach eigenen Angaben bei einer deutschen Adelsfamilie entdeckt, dass das Museum Arenenberg keineswegs – wie bisher angenommen – im Besitz des grössten Teils der Bibliothek von Königin Hortense (Mutter Napoleons des III.) ist.
Aus dem Besitz dieser Adelsfamilie erhielt das Museum nun Autographen der Königin Hortense, ihres Bruders Eugène und anderer Personen des napoleonischen Umfeldes. Im Verlauf des Gesprächs mit den Schenkenden zeigte sich, dass sie noch eine sehr grosse Zahl von Büchern aus der historischen Bibliothek von Arenenberg besitzen.
Forschung auf den Kopf gestellt
Eine kleine Sensation, die alle vorliegenden Publikationen auf den Kopf stellt. Bisher gingen sämtliche Forscher davon aus, dass das Gros der historischen Bibliothek der Monarchin im Napoleon-Museum verwahrt wird.
Es war zwar bekannt, dass von Hortense und ihrem Sohn Louis Napoleon, dem späteren Kaiser Napoleon III., einzelne Werke verschenkt wurden. Aber dass ausserhalb des Bodensee-Gebietes gleich noch mehrere hundert Bücher existieren, schlägt alle Erwartungen.
Frühes Recycling
Das Napoleon-Museum sucht aber nicht nur Bücher oder andere «napoleonische» Gegenstände für seine Sammlung. Derzeit versucht der Konservator Hinweise auf die Familie Bonaparte und deren Schlösser und Häuser am Bodensee zu finden.
Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurden nämlich grosse Teile des Arenenberger Schlossarchives aus der Zeit zwischen 1817 und 1906 zu neuem Papier verarbeitet. Dadurch gingen wichtige Informationen verloren.
swissinfo und Agenturen
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