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Durchbruch in Bonn

Wenn er Glück hat schmilzt ihm das Eis in Zukunft nicht mehr so schnell weg. Keystone

Die Klimaschutz-Konferenz der UN in Bonn hat sich auf eine Vereinbarung zur Reduzierung von Treibhausgasen geeinigt. Die Delegierten aus rund 180 Staaten billigten am Montagmittag eine Übereinkunft, auf die sie sich vorher verständigt hatten. Schweizer Delegierte sind erfreut.

«Wir haben das Kyoto-Protokoll gerettet. Das ist das Wichtige», sagte EU-Kommissarin Margot Wallström. Jetzt könne damit begonnen werden, die Treibhausgase zu verringern. In dem nun erzielten Kompromiss hätten alle Seiten Zugeständnisse gemacht. Die EU habe bei den Kohlendioxid-Senken nachgegeben. Dafür habe sie ein strenges Kontrollregime durchgesetzt.

Die Einigung wurde von den Teilnehmer-Ländern gebilligt und ist frei zur Ratifikation. Der Einigung war ein nächtlicher Verhandlungs-Marathon vorausgegangen.

Japan und Kanada stimmten zu

Nach der Vereinbarung müssen die Industrieländer ihren Ausstoß an Treibhausgasen reduzieren. Allerdings dürfen einige Länder sich dazu großzügig ihre Wälder anrechnen lassen. Bei den zähen und langwierigen Verhandlungen hatten schließlich auch Japan und Kanada zugestimmt. Ihnen war eine Schlüsselrolle zugefallen, nachdem die USA frühzeitig aus dem Kyoto-Prozess ausgeschert waren.

Der deutsche Umweltminister Jürgen Trittin sagte, die Einigung sei vor allem auf Grund der Haltung der EU zu Stande gekommen. Dänemarks Umweltminister Svend Aukem sagte: «Dies ist ein guter Tag für die globale Umwelt.» EU-Umweltkommissarin Margot Wallström betonte, das Kyoto-Protokoll sei jetzt ratifizierbar. «Jedes Land kann nun nach Hause gehen und seine Entscheidung über
die Ratifizierung treffen.»

Schweizer Delegierte erfreut

Sehr zufrieden über die Einigung an der UNO-Klimaschutzkonfernz in Bonn zeigte sich der Leiter der Schweizer Verhandlungs-Delegation, Beat Nobs. Die Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt zur Umsetzung von Klimaschutzmassnahmen.

Da es nun international zum Durchbruch gekommen sei, werde in der Schweiz die Arbeit mit dem CO2-Gesetz klar einfacher. Bei der noch erforderlichen Ratifizierung der Bonner Übereinkunft durch das Schweizer Parlament rechne er mit keinen Problemen, da mit dem CO2-Gesetz die Umsetzung des Kyoto-Protokolls bereits eingeleitet worden sei.

Wie Nobs weiter sagte, müsse zunächst eine Botschaft zuhanden des Parlaments verfasst werden, das dann selber über den weiteren Verlauf der Ratifikation entscheide. Sein Wunsch sei es, die Vereinbarung vor dem Umweltgipfel in Johannesburg im September 2002 – also zehn Jahre nach dem ersten UNO-Klimagipfel in Rio de Janeiro – ratifiziert zu haben.

swissinfo und Agenturen

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