Expo.02 muss nochmals 40 Millionen sparen
Die Expo.02 muss ihren Gürtel nochmals enger schnallen: Expo.02-Präsident Franz Steinegger verordnet der Generaldirektion eine Budgetkürzung von 40 Mio. Franken. Grund ist das Finanzloch von 120 Mio. Franken, das in der Expo-Kasse klafft. Der Vorverkauf der Tickets ist angelaufen.
Mitte nächster Woche muss die Expo.02-Generaldirektion Steinegger Sparvorschläge unterbreiten, wie Expo-Sprecherin Marina Villa am Donnerstag einen Bericht der Berner Tageszeitung «Der Bund» bestätigte. «Kurz vor der Eröffnung der Expo.02 sind das natürlich einschneidende Massnahmen», sagte Villa.
Stagnation beim Sponsoring
Von den budgetierten 454 Millionen Franken an Sponsoren-Beiträgen sind bis jetzt erst 330 Millionen zusammengekommen. «Das Sponsoring stagniert seit Anfang Jahr», erklärte Villa. Daher verordnete Steinegger der Generaldirektion die Sparmassnahmen.
Bereits mit dem 1,4 Milliarden-Budget sei der Rahmen der Landesausstellung relativ eng gesteckt, sagte Villa weiter. Die verordnete Kürzung von 40 Millionen werde die Expo.02 empfindlich treffen. Wo auch immer gespart werde, die Generaldirektion ergreife die Sparmassnahmen äussert ungern, sagte Villa.
Abstriche bei Kindern und Behinderten
Ins Auge gefasst werden müssten etwa Kürzungen beim Kinderhort oder eine Reduzierung des Behinderten-Begleitdienstes. «So unpopuläre Massnahmen ergreifen wir natürlich äusserst ungern», sagte Villa. «Einsparungen sind zwar machbar, aber sie sind schmerzlich.»
Nicht sparen möchte Franz Steinegger bei den Arteplages. Auch Grossanlässe wie die Eröffnung, den 1. August oder die Kantonstage will Steinegger nicht antasten.
Weniger Berührungs-Ängste hat der Expo-Präsident hingegen bei den Ausstellungen auf den fünf Arteplages. Sparpotenzial ortet er auch bei den Events, Abend-Veranstaltungen und beim Unterhalt der Expo.02.
Ticket-Vorverkauf eröffnet
Unterdessen hat am Donnerstag – mit der Eröffnung der Olma in St. Gallen – der Vorverkauf von Tickets für die Expo.02 begonnen. Nach Expo-Angaben war der Andrang enorm. Die Leute standen vor vielen SBB-Schaltern Schlange.
«Mit einem so riesigen Ansturm haben wir in unseren kühnsten Träumen nicht gerechnet», sagte Expo.02-Sprecher Laurent Paoliello. Die Leute seien an einigen Bahnhöfen bis zu einer Stunde angestanden.
Die Nachfrage nach den Expo-Tickets war am ersten Verkaufstag so gross, dass sogar Expo.02-Würste nachbestellt werden mussten, wie Paoliello sagte. Die Würste wurden am Donnerstag in den Bahnhöfen der Arteplage-Städte abgeben.
Die Einwohnerinnen und Einwohner der Drei-Seen-Region dürfen von 155’000 verbilligten Eintritts-Billetts profitieren. Die Saisontickets für 160 statt 198 Franken sind laut Wenger ein Dankeschön an die Bevölkerung der Region.
Für 99 statt 120 Franken
Ein Drei-Tages-Pass für die Expo.02 kostet im Vorverkauf 99 statt 120 Franken. Das Saison-Billet ist für 198 statt 240 Franken erhältlich. Marketingdirektor Rainer Müller rechnet damit, dass rund eine Million Tickets im Vorverkauf erworben werden. Das entspricht 20% des erhofften Absatzes.
Der erste Drei-Tages-Pass ging an Bundesrat Samuel Schmid. Expo-Generaldirektorin Nelly Wenger und Expo-Präsident Franz Steinegger überreichten dem Magistraten das Billett am Donnerstag anlässlich der Olma-Eröffnung.
Gleichzeitig erschien am Donnerstag die erste dreisprachige Expo.02-Zeitung «02 News». Sie wird alle drei Monate der «Coop-Zeitung» beigelegt.
Die Tickets für die Landesausstellung können ab sofort an der Olma in St. Gallen und an allen Bahnschaltern der Schweiz gekauft werden. Zudem sind sie übers Internet erhältlich.
swissinfo und Agenturen
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