Hindernisse, die den Alltag erschweren
Mehrere schweizerische Behinderten-Organisationen wollen während den "Gleichstellungstagen" vom 8. bis 13. September auf Hindernisse aufmerksam machen, die Behinderten den Alltag erschweren. Thematisiert wird auch das Behinderten-Gleichstellungsgesetz.
Der Entwurf für das neue Gleichstellungs-Gesetz für Behinderte, das in der Herbstsession vom Ständerat beraten wird, weist erhebliche Mängel auf. Dies gemäss einer Mitteilung des Vereins «Volksinitiative zur Gleichstellung Behinderter».
Schlechte Noten für Entwurf
Das zukünftige Gesetz, ein indirekter Gegenentwurf zur 1999 eingereichten Volksinitiative zur Gleichstellung Behinderter, soll die Selbstständigkeit Behinderter in der Gesellschaft ermöglichen. So lautet die Forderung des Vereins. Der Grundsatz der Nicht-Diskriminierung müsse in den wichtigsten Lebensbereichen garantiert werden.
Kritisiert wird insbesondere das Fehlen von Bestimmungen zu privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen. Auch schulische Integrations-Förderung durch die Kantone und der Zugang zur Bildung für junge Behinderte müssten explizit festgehalten werden, lautet eine weitere Forderung.
Zudem seien keine Verpflichtungen zur behinderten-gerechten Umgestaltung von öffentlichen Bauten und Anlagen verankert. Als weiterer Missstand werden die zu langen Fristen für die behinderten-gerechte Anpassung der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs aufgeführt.
«Wir wollen dazu gehören»
Laut Thea Mauchle, die selber behindert ist und sich aktiv für die Rechte der Behinderten stark macht, stossen behinderte Menschen in ihrem Leben zu häufig auf Hindernisse. «Im Alltag zeigt sich das darin, dass wir durch Barrieren unterschiedlicher Art daran gehindert werden, am öffentlichen Leben teilzunehmen.» Wie Mauchle gegenüber swissinfo betonte, sollten Behinderte die öffentlichen Verkehrsmittel ohne fremde Hilfe benutzen können.
Lösungen existieren
Mit verschiedenen Aktionen in der ganzen Schweiz sollen der Öffentlichkeit die Probleme aufgezeigt werden, mit denen die rund 500’000 Behinderten in der Schweiz Tag für Tag konfrontiert sind. Es gebe einfache und günstige Lösungen zur Beseitigung derartiger Hindernisse, zeigen sich die Veranstalter überzeugt.
Den Höhepunkt der «Gleichstellungstage» soll die Veranstaltung vom 13. September auf dem Bundesplatz in Bern bilden. Direkt Betroffene werden ihre Erwartungen an das neue Bundesgesetz darlegen. Für die Unterhaltung sorgt eine Gruppe von acht behinderten Musikerinnen und Musiker. Ausstellungen und Vorführungen sind Teil des Rahmenprogramms.
swissinfo und Agenturen
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